"O Du Fröhliche!"

Luftbläschen an Erbsenstange unter Wasser

Von den 35 Kilogramm Zucker, die der Deutsche durchschnittlich im Jahr zu sich nimmt, dürfte der Dezember traditionsgemäß besonders zu buche schlagen. Deutlich weniger Licht und Sonne, sowie nasskalte Temperaturen lassen uns im Dezember viel unbeweglich in der Wohnung sitzen. Die dadurch reduzierte Aktivität und die gleichzeitig stark erhöhte Kalorienzufuhr durch weihnachtliche Süßigkeiten treiben die Kalorienbilanz in die Höhe.

So kommt es dann auch, dass aus einem schlechten Gewissen heraus die meisten  Neuverträge in den Fitness-Studios für das neue Jahr im Januar abgeschlossen werden!
Betrachtet man die verschiedenen Gesundheitsstatistiken, gibt es aber leider gerade bei den zuckerassoziierten Erkrankungen wie Übergewicht und Diabetes eine alarmierende Entwicklung. Die Amerikaner liefern ein schlechtes Beispiel: Sie essen heute  fast  20 mal mehr Gezuckertes als vor knapp 200 Jahren. In den USA sind besonders die großen Mengen zuckerhaltiger Getränke der Grund dafür, dass bereits jeder dritte Amerikaner fettleibig ist. Hier ist jeder Fünfte mit einem Bodymaß-Index von über 30 versehen. Die zunehmend schlechte Zahngesundheit und rasant steigende Diabeteserkrankungen bei Kindern zeigen ein massives Problem mit dramatischen Folgen für deren späteres Leben. Auch gesellschaftlich und gesundheitsökonomisch stellt das allein an unsere Gesellschaft enorme Herausforderungen.

Kinder werden immer früher übergewichtig!

Die Schulen müssen heute durch die vielen zerbrochenen Familienstrukturen mehr Erziehungsarbeit als früher übernehmen. Ernährungskunde und -aufklärung sollten meines Erachtens schon in der Grundschule in viel stärkerem Maße vermittelt werden.
Warum hat sich die Gesundheitspolitik jahrelang dieses Themas nicht angenommen?

Kinder bewegen sich weniger!

In meiner täglichen Praxis sehe ich zunehmend übergewichtige Kinder, die sich oft stundenlang durch digitale Erlebniswelten sitzend „bewegen“. Viele essen schon aus Frust und Kummer und haben zu wenig Motivation zum Sport. Ein Kind wird von sich aus allein  in den seltensten Fällen den Weg der Weisen finden. Hier sind die Eltern gefordert.

Was könnte man tun?

Ich bin Vater von zwei Söhnen und pädagogisch bestimmt nicht die „große Leuchte“. Was bei meinen Jungs, aber auch hier in der Kindersprechstunde immer Aufmerksamkeit findet, sind Erfahrungen und Beispiele aus der Sportmedizin und Gesundheitsprävention. Allein das Körpergewicht hat für Kinder und Jugendliche  eine enorme psychoemotionale Bedeutung. Haltungskontrolle und -optimierung können darüber entscheiden, wie ein Kind/Jugendlicher von seinen Mitschülern wahrgenommen wird. Das sollte allen Eltern bewusst sein. Jeder Schüler erwirbt durch sein Auftreten und seine Leistung im  Klassenverband eine Rolle, die sich meistens verfestigt, positiv wie negativ! Ich kann mich an keinen Schüler erinnern, der sich durch Sportlichkeit zum Außenseiter gemacht hätte, ganz im Gegenteil. Das Kind tut etwas für sich und erlernt nebenher spielerisch soziale Kompetenzen. Mit Fettleibigkeit ist ein Entrinnen schwer!

Bewegung verbessert Hirnleistung

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Bewegung auch während des Schulunterrichts (z. Bsp. Sitzradfahren, Balancieren, Standwalking, Gymnastik, etc.) die Aufmerksamkeit der Schüler deutlich steigern konnte. Stundenlanges monotones Sitzen dagegen auf irgendwelchen schlechten Schulhockern empfand ich schon damals als „Höchststrafe“.


Ausblick

Ganz einfach!

Nur die Dosis macht das Gift!

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