"Kraft-Stoff"

Antike Tankstelle

Gerade mit zunehmendem Alter kommt der Qualität und Zusammensetzung  unserer Ernährung eine immer größere Bedeutung zu. Warum ist das so?
Weil sich unser Organismus und Stoffwechsel mit steigendem Alter erheblich verändern und viele Ernährungsfehler nicht mehr einfach wie in jungen Jahren vom Körper selbst kompensiert werden können.
Grundsätzlich besteht unsere Nahrung aus den drei großen Bausteinen: Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß. Fett hat den höchsten Energiegehalt mit 9,3 Kilokalorien pro Gramm, gefolgt von Eiweiß und  den Kohlenhydraten mit einem Brennwert von jeweils  4,1 Kilokalorien pro Gramm.
Immer noch räumt man den Kohlenhydraten in der Ernährungswissenschaft den größten Stellenwert ein. Je nach Literatur spricht man bei der ausgewogenen Ernährung von 50-60 Prozent Kohlenhydratanteil,  15 bis 20 Prozent Eiweiß und 25-30  Prozent Fett.
Es ist nicht lange her, da haben sich viele Forscher an einen Tisch gesetzt und hunderte von Studien ausgewertet. Nun hat man endlich die große Bedeutung des Eiweißes, gerade im höheren Alter, erkannt. Der ältere Mensch kann das Eiweiß nicht in dem Maße wie ein junger Mensch aus der Nahrung aufnehmen. So ist es nicht verwunderlich, daß viele ältere Menschen nicht optimal mit Eiweiß versorgt sind. Eiweiße sind aber nun mal  die wichtigsten Bausteine unseres Körpers. Sie setzen sich aus den Aminosäuren zusammen. Neben dem Zellwachstum sind die Proteine auch an der Synthese von Enzymen und Hormonen beteiligt. Auch stellen sie wichtige Regulatoren im Herz- Kreislaufsystem und bei Neurotransmittern  dar. Immunsystem und Knochenstoffwechsel (s. Beitrag "Knochenarbeit") werden hierdurch maßgeblich beeinflusst. Von den für uns so wichtigen 22 Aminosäuren sind 8 essentiell, das heisst, diese können nicht selbst synthetisiert, sondern müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Hier beginnt die Aufgabe.
So sollte im höheren Alter die optimale Versorgung mit allen Aminosäuren angestrebt werden .
Glücklicherweise, wenn auch sehr spät, erkennt man inzwischen die wichtigen gesundheitlichen Aspekte des Eiweißes. Deswegen ist man z. Bsp. dazu übergegangen, bei älteren Patienten vor größeren operativen Eingriffen den Eiweißspiegel auszugleichen. Anscheinend wird die Widerstandsfähigkeit der Patienten dadurch gesteigert.

Kraftsportler beim Gewichtheben

Grundsätzlich geht im Alter Muskelmasse physiologisch verloren.

Auch und gerade "höheren Semestern" rate ich - neben einem moderaten Ausdauertraining - zu einem leichten Krafttraining. In dem Beitrag Muskeln beeinflussen unser Lebenhabe ich schon auf die vielfältige Bedeutung unserer Muskulatur hingewiesen. Zuviel Eiweiß kann die Nieren belasten. Jedoch sollte eine eventuelle Nahrungsergänzung mit hochwertigen Proteinen gerade pflanzlicher Herkunft ohne Vorliegen einer Nierenerkrankung kein Problem sein. Besprechen Sie das am besten vorher mit Ihrem Hausarzt.
Viele Patienten konnte ich zum regelmäßigen Besuch eines Fitness-Studios motivieren. Mal abgesehen von den unzähligen positiven gesundheitlichen Aspekten (Osteoporseprophylaxe, Herzkreizlaufoptimierung, Verbesserung der Sensomotorik)  ist dise eine gute Möglichkeit, gerade im Alter das soziale Umfeld zu erweitern.

Weniger Nahrungsaufnahme im Alter!

Dafür aber hochwertiger und auch mit der ein oder anderen längeren Pause dazwischen. Intermittierendes Fasten ist in aller Munde und ein hervorragendes Instrument zur Gewichtsoptimierung. Auch kann eine zu selten im Blutbild untersuchte und diagnostizierte Insulinresistenz oft hierdurch schon positiv beeinflusst werden. Siehe Beitrag  Aus dem Lot. Eine weitere Untersuchung stellt das Aminogramm dar. Hiermit lassen sich Defizite in der Eiweißversorgung einfach und schnell aufdecken.

Meiden leerer Kohlenhydrate!

Die Deutschen konsumieren durchschnittlich 34 Kilogramm Zucker jährlich s.  Betrag vom 7.12.2019 „O Du Fröhliche“ . Gerade der Fruchtzucker wird so gerne in Verbindung mit gesundem Obst als scheinbar unbedenklich dargestellt. Fruchtzucker und die seit kurzem in Europa zugelassene Isoglucose (Zuckersirup, der aus Mais oder Weizenstärke hergestellt wird) haben einen sehr niedrigen glykämischen Index und  finden sich versteckt in unzähligen Fertigprodukten. Übermäßiger Konsum von Fructose und Isoglucose kann u.a. schnell zu einer Gewichtszunahme und Leberverfettung führen. Die Amerikaner haben es mit ihren Softdrinks und der darin enthaltenen Isoglucose vorgemacht. Der Alkohol muss gar nicht mal dabei sein.

Aber nochmals:

Nur die Dosis macht das Gift!

Was kann man tun?

Auch und gerade im Alter regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining. Die Ernährung sollte ausgewogen und eiweißreich sein. Trinken Sie 2 Liter Wasser täglich. Reduzieren Sie Zucker.
Eine Frau mit 70 KG sollte täglich  etwa 70 Gramm, ein Mann mit 80 KG etwa 80 - 90 Gramm Eiweiß mit der Nahrung zu sich nehmen. Vorausgesetzt sie haben keine gesundheitlichen Probleme, die dem entgegestehen. 

Ihnen ein gesundes und frohes Neues Jahr!

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