"Balance"

Als häufigste Diagnose finden sich in der orthopädischen Praxis Rückenbeschwerden mit teilweise erheblichen Schmerzsymptomen. Es kommt dabei vor, dass CT und MRT keine Veränderungen zeigen, die diesen Befund und das Ausmaß der Beschwerden erklären könnten. Das bedeutet, dass der Auslöser für die Beschwerden oftmals nicht im Knochengerüst selbst liegt!

Ursächlich sind manchmal Dysbalancen oder biomechanische Einschränkungen, die erst im weiteren Verlauf strukturelle Veränderungen hervorrufen. In solchen Fällen können weder Röntgenaufnahme, CT noch MRT dabei helfen, die richtige Diagnose zu stellen.

Wesentlich ist dagegen eine ausführliche Anamnese (Vorgeschichte) und gründliche Untersuchung, die dem erfahrenen Arzt und Therapeuten viele Hinweise für die Diagnose liefern. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist in der orthopädischen Praxis viel Erfahrung notwendig.
In meiner speziellen Kindersprechstunde versuche ich deshalb immer auch, meinen jungen Patienten Freude an gesunder Bewegung zu vermitteln, um die Entstehung oder Entwicklung mancher Beschwerden schon frühzeitig zu verhindern.

Es muss nicht immer Röntgen sein!

  • Strahlungsfrei und völlig unkompliziert kommt in meiner Praxis ein 3D-Diagnoseverfahren zum Einsatz.
  • Nur über Licht und völlig frei von sonstiger ionisierender Strahlung wird eine hochpräzise Vermessung und Dokumentation von muskulärer Oberflächen-Verteilung und Körperhaltung durchgeführt.
  • Damit lassen sich innerhalb kürzester Zeit unter der Haut liegende Veränderungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule analysieren und vermessen. Behandlungsverläufe und auch die Auswirkungen der physiotherapeutischen Mitbehandlung lassen sich so bestens kontrollieren und in ihrer Wirksamkeit maximieren.

Wie erkennen Sie eine Dysbalance?

Stellen Sie sich einmal pro Woche in Ruhe  bewußt vor  einen großen Spiegel. Sie werden staunen, was Ihnen plötzlich so alles auffällt.

 

  • Stehen Sie mit hängenden Armen gerade ?
  • Ist die Schrittlänge rechts und links identisch?
  • Kommen Sie mit dem rechten Arm genauso hoch wie links?
  • Ist der Umfang der Muskulatur an Armen und Beinen seitengleich?
  • Erkennen Sie evtl. einen Schiefstand von Schulter oder Beckenkamm?
  • Können Sie auf einem Bein genauso gut stehen, wie auf dem anderen?
  • Können Sie Ihren Kopf schmerzfrei genauso weit nach rechts und links drehen ?
  • Zeigt der Schuhabdruck im Schnee oder bei Nässe ein ähnliches Trittsiegel beiderseits?
  • Können Sie Ihren Oberkörper schmerzfrei genauso weit nach links wie nach rechts drehen?
  • Wie weit kommen Sie mit beiden Händen  mit gestrecktem Knie beim Vorbeugen zum Boden?
  • Berührt die Rückseite beider Kniegelenke im Liegen den Untergrund ohne die Beine durchzudrücken ?

 

Was kann man tun?

Die meisten Dysbalancen entstehen durch – oft unbemerkte - einseitige Belastung, wozu z.B. auch langes Sitzen gehört. Ausgleich ist hier das A und O. Jeder Mensch benötigt seine tägliche Dosis Bewegung. Bringen sie Abwechslung in Ihren persönlichen Bewegungsplan, um Langeweile zu vermeiden und dem Körper stets neue Anreize zu bieten! (Hierzu lesen Sie mehr in meinem Blogbeitrag: „Wechselstrom“.) 

 

  • Kontrollieren Sie Ihr Gewicht.
  • Setzen Sie sich gut erreichbare Ziele.
  • Optimieren und reduzieren Sie das Sitzen.
  • Achten Sie immer auf Ihr Schuhwerk mit optimaler Fußbettung.
  • Trinken Sie genug, reduzieren Sie tierische Fettsäuren und Zucker.
  • Achten Sie auf ausreichenden Schlaf und überprüfen Sie Ihre Matratze.
  • Versuchen Sie täglich 10.000 Schritte bewusst zu gehen. (s.Blogbeitrag Walkingmanagement)

 

 

Leben bedeutet ständige Veränderung

Die Lebensumstände ändern sich in einem so rasanten Tempo, dass wir unserem Bewegungsapparat oft nicht die notwendige Aufmerksamkeit schenken.
Wir sind nicht geboren, um stundenlang am PC oder im Auto zu sitzen! Der Mensch ist eigentlich immer noch ein Jäger und Sammler und dafür ausgelegt, 8 bis 10 Kilometer täglich umherzustreifen. Der Mitteleuropäer geht durchschnittlich am Tag noch nicht mal ein Drittel davon.
Kompensieren wir diesen Bewegungsmangel nicht durch Sport und Gymnastik, geraten wir in ein Defizit mit weitreichenden Folgen für den gesamten Bewegungsapparat.
Um so wichtiger ist es, das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße in einem optimalen Bereich zu halten, damit anatomische Dysbalancen gar nicht erst entstehen können. (Lesen sie hierzu noch mehr in meinem Blogbeitrag: „Aus dem Lot“.)


Ihr Dr. Georg H. Kaupe

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