"sattelfest"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Warum diese Überschrift!?

Weil wir Menschen ein dem Reitsattel recht ähnliches Gelenk besitzen. Es handelt sich um das Daumengrundgelenk zwischen dem großen Vieleckbein und Mittelhandknochen. Dieses Gelenk wird durch den täglichen Gebrauch der Hände besonders beansprucht. Hier sind neben Beugung und Streckung auch Rotationsbewegungen möglich. Somit ist dieses Gelenk für die Funktion der Hand enorm wichtig. Aufgrund der intensiven, ständigen Bewegung und Belastung weist dieses Gelenk oft degenerative Veränderungen, bis hin zur fortgeschrittenen Arthrose (Rhizarthrose) auf. Die Funktion der gesamten Hand ist dann sehr beeinträchtigt.

Überwiegend sind Frauen (wahrscheinlich genetisch, hormonell) bedingt deutlich mehr betroffen und beklagen initial Schmerzen beim Aufdrehen einer Flasche, Handarbeit oder haltender Belastung.

In den letzten Jahren sehe ich aber auch zunehmend Befunde bei jüngeren Männern, die sich übermäßig sportlich betätigen.

Z. Bsp. sind intensiv trainierende Mountain - Biker mit hoher Kilometerleistung im Gelände durch die wiederkehrenden Stöße auf die Handwurzel besonders gefährdet. Auch ich habe das in meinem intensiven E-Mountainbike-Training (s. Post "Arbeit = Kraft x Weg" vom 24.05.2019) inzwischen an meinen Händen bemerkt.
Hier habe ich mit polsternden Handschuhen und einer Veränderung der Lenkergriffe die Stoßbelastung merklich reduzieren können. Daher empfehle ich besonderes Augenmerk auf die Lenkerstellung und Griffe zu legen. Das Internet bietet ein breites Sortiment an ergonomisch geformten Griffen.

Der häufige Gebrauch von Presslufthammern und Schlagbohren können ein weiteres Risiko im Arbeitsalltag  bedeuten. Thema Arbeitsschutz ...


Was kann man im Vorfeld tun?

Frühzeitige Achtsamkeit, Bandagen, Handschuhe, Verhältnisprävention

Wenn eine akute Entzündung vorliegt:

Ruhigstellung, Zinkleimverbände, Infiltrationen, Softlaser, Kältetherapie, entzündungslindernde Medikamente, Umschläge, Orthesen.

Bei fortgeschrittener Daumengrundgelenk-Arthrose (Rhizarthrose):

Hier liegt dann im Röntgenbild meistens neben dem Verschleiß auch eine Subluxation vor, das heißt die Gelenkflächen sitzen nicht mehr optimal („sattelfest“) aufeinander.
Oftmals hilft hier nur noch eine OP. Es stehen mehrere Verfahren zur Auswahl. Entweder wird das Vieleckbein  entfernt und der 1. Mittelhandknochen mit einer Sehne fixiert, damit er nicht in den freigewordenen Raum nach vorne rutscht. Oder man setzt einen Knochenspan aus dem Beckenkamm in die entfernten Gelenkflächen, damit wäre das Gelenk versteift. Auch stehen inzwischen kleine Kunstgelenk-Implantate zur Verfügung. Die OP-Erfahrungen und Behandlungszahlen sind allerdings noch zu gering um hier genaue Aussagen zu treffen.


Ausblick:

Bleiben Sie mit ihrer Achtsamkeit gerade im Hinblick auf Ihre Gesundheit „im Sattel“. Geben sie Ihrem Körper regelmäßige Bewegung.

Grundsätzlich gilt auch für die gesamte Physiologie des Menschen: Reduktion von übermäßigem Zucker-, Fleisch- und Alkoholkonsum. Mit zunehmendem Alter verändert sich Ihr Stoffwechsel erheblich. Mit guter Ernährung, viel Bewegung und ausreichendem Schlaf  können sie allerdings "dagegen halten".

Vielleicht doch mal das ein oder andere Nahrungsergänzungsmittel nach ärztlicher Absprache und Laborkontrolle wenn sie sich „LEER“ fühlen. (siehe Beitrag "LEERSTAND" vom 15.09.2019)

Bei allem was sie tun:

Tun Sie es bewusst! Gestern ist vorbei - morgen wissen wir noch nicht - heute zählt!

Zurück