07
Dez

"Oh DU Fröhliche!"

Luftbläschen an Erbsenstange unter Wasser

Von den 34 Kilogramm Zucker, die der Deutsche durchschnittlich im Jahr zu sich nimmt, dürfte dieser Monat traditionsgemäß besonders zu buche schlagen. Deutlich weniger Licht und Sonne, sowie nasskalte Temperaturen lassen uns im Dezember viel unbeweglich in der Wohnung sitzen. Die dadurch reduzierte Aktivität und die gleichzeitig stark erhöhte Kalorienzufuhr durch weihnachtliche Süßigkeiten treiben die Kalorienbilanz in die Höhe.

So kommt es dann auch, dass aus einem schlechten Gewissen heraus die meisten  Neuverträge in den Fitness-Studios für das neue Jahr im Januar abgeschlossen werden!
Betrachtet man die verschiedenen Gesundheitsstatistiken, gibt es aber leider gerade bei den zuckerassoziierten Erkrankungen wie Übergewicht und Diabetes eine alarmierende Entwicklung. Die Amerikaner liefern ein schlechtes Beispiel: Sie essen heute  fast  20 mal mehr Gezuckertes als vor knapp 200 Jahren. In den USA sind besonders die großen Mengen zuckerhaltiger Getränke der Grund dafür, dass bereits jeder dritte Amerikaner fettleibig ist. Hier ist jeder Fünfte mit einem Bodymaß-Index von über 30 versehen. Die zunehmend schlechte Zahngesundheit und rasant steigende Diabeteserkrankungen bei Kindern zeigen ein massives Problem mit dramatischen Folgen für deren späteres Leben. Auch gesellschaftlich und gesundheitsökonomisch stellt das allein an unsere Gesellschaft enorme Herausforderungen.

Kinder werden immer früher übergewichtig!

Die Schulen müssen heute durch die vielen zerbrochenen Familienstrukturen mehr Erziehungsarbeit als früher übernehmen. Ernährungskunde und -aufklärung sollten meines Erachtens schon in der Grundschule in viel stärkerem Maße vermittelt werden.
Warum hat sich die Gesundheitspolitik jahrelang dieses Themas nicht angenommen?

Kinder bewegen sich weniger!

In meiner täglichen Praxis sehe ich zunehmend übergewichtige Kinder, die sich oft stundenlang durch digitale Erlebniswelten sitzend „bewegen“. Viele essen schon aus Frust und Kummer und haben zu wenig Motivation zum Sport. Ein Kind wird von sich aus allein  in den seltensten Fällen den Weg der Weisen finden. Hier sind die Eltern gefordert.

Was könnte man tun?

Ich bin Vater von zwei Söhnen und pädagogisch bestimmt nicht die „große Leuchte“. Was bei meinen Jungs, aber auch hier in der Kindersprechstunde immer Aufmerksamkeit findet, ist das Erzählen über kleine Erlebnisse aus der Sportmedizin und Gesundheitsprävention. Alleine die Haltungskontrolle und -optimierung können darüber entscheiden, wie ein Kind/Jugendlicher von seinen Mitschülern wahrgenommen wird. Das sollte auch den Eltern bewusst sein. Jeder Schüler erwirbt durch sein Auftreten und seine Leistung im  Klassenverband eine Rolle, die sich meistens verfestigt, positiv wie negativ! Ich kann mich an keinen Schüler erinnern, der sich durch Sportlichkeit zum Außenseiter gemacht hätte, ganz im Gegenteil. Das Kind tut etwas für sich und erlernt nebenher spielerisch soziale Kompetenzen. Mit Fettleibigkeit ist ein Entrinnen schwer!

Bewegung verbessert Hirnleistung

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Bewegung während des Unterrichts (z. Bsp. Sitzradfahren, Balancieren, Standwalking etc.) die Aufmerksamkeit der Schüler deutlich steigern konnte. Stundenlanges monotones Sitzen dagegen auf irgendwelchen schlechten Schulhockern empfand ich schon damals als „Höchststrafe“.


Ausblick

Ganz einfach!

Nur die Dosis macht das Gift!

24
Nov

"Schmerzende Kristallproduktion"

Luftbläschen an Erbsenstange unter Wasser

Es geht um die Gicht, eine komplexe  Stoffwechselstörung, die vorwiegend akut und sehr schmerzhaft zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftritt. Es handelt sich entweder  um eine angeborene oder erworbene Veranlagung zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut.
Nicht selten ist das erste Symptom eine akute Entzündung des Großzehengrundgelenkes mit deutlicher Rötung und Schwellung. Es bilden sich kleinste  Harnsäure-Kristalle, die sich vorwiegend in den Gelenken ablagern.
Unbehandelt und bei chronischen Verläufen können mehrere Gelenke und Organe, vorwiegend  die Nieren, geschädigt werden.

Auslöser einer Gicht ist ein zu hoher Harnsäurespiegel im Blut. Die Diagnose ist  schon meistens einfach durch Untersuchung und Anamnese zu stellen. Die Blutuntersuchung bestätigt dann nur noch den klinischen Befund.
Die Harnsäure entsteht durch den Abbau  von Purinen. Purine befinden sich vermehrt im Fleisch und in Innereien. Aber auch Alkohol, Fruchtzucker, Meeresfrüchte und manche Gemüsesorten können beim Abbau Purine entstehen lassen.
Grundsätzlich werden 2 Arten von Gicht unterschieden:

Primäre Gicht:
Diese ist angeboren und betrifft häufig auch Jugendliche.

Sekundäre Gicht:
Hier sind andere Erkrankungen ursächlich für den gestörten Stoffwechsel: Diabetes, Adipositas aber auch Tumore.
Die Strahlen- und Chemotherapie können weitere Purine durch den Zell-Tod  freisetzen.

Wohlstandserkrankung:
Bei einem ungünstigen Lebensstil treten Gichtanfälle vermehrt  auf.
Die Gicht ist oft  mit Übergewicht, hohem Fruchtzucker-, Alkohol-, Bier-, und Fleischkonsum verbunden.

Akuter Gichtanfall:
Im akuten Gichtanfall werden spezielle entzündungshemmende Medikamente vom Arzt verordnet. Ruhigstellung und Kühlung der betroffenen Gelenke sind hilfreich. Eigentherapie kann gefährlich sein! So könnte z.Bsp. Aspirin den Harnsäure-Spiegel zusätzlich erhöhen!
Langfristig versucht man, die Harnsäureproduktion zu hemmen und die Harnsäureausscheidung zu erhöhen.
Der Betroffene soll Lebensstil und Ernährung anpassen. Er muss  eine  purinarme Ernährung einhalten.
Was kann passieren ?
Eine dauerhafte Harnsäureerhöhung  steigert das Risiko auch für Herz-Kreislauferkrankungen.

Nieren-Gicht:
Gefährlich! Oftmals haben sich bereits schon vor dem ersten Gichtanfall in den Nieren Ablagerungen gebildet, die durch weitere Verklumpung Nierensteine und Harnabflußstörungen verursachen können. Unbehandelt sind die Nieren und das Herz-Kreislauf-System sehr gefährdet.
Gelenk-Gicht:
Bei chronischen Verläufen lagern sich immer mehr Kristalle in den betroffenen Gelenken ab. Unbehandelt deformieren sich die Gelenke und können massiv geschädigt werden.

Weichteil-Gicht:
Weiteres Ablagern auch in anderen Geweben ist meistens erkennbar durch  weiße Flecken (Gicht-Tophi) an der Ohrmuschel.

Was ist zu tun?
Der Betroffene sollte Lebensstil und Ernährung deutlich anpassen.
Trinken Sie 2 Liter Wasser täglich und bewegen Sie sich viel! Der Body-Mass-Index (Körpergewicht in kg/Körpergrösse² in m) sollte nicht über 25 liegen.
Evtl. sind  sogar lebenslange Medikamente notwendig.
Lassen Sie Ihr Blut regelmäßig kontrollieren!

Aussicht:
Bei einem gründlichen Check-Up mit sogfältiger Anamnese, großem Labor und Ultraschall von den Bauchorganen und den Gelenken sollte das Risiko einer Gicht schnell erkannt werden. Gute  Lebensführung und genügend Bewegung reduzieren das Risiko, an einer Gicht zu erkranken.
Denken Sie bei Ihrer Ernährung auch an eine mögliche „Kristall- Produktion“.
Bleiben Sie gesund!

Sie möchten mehr zur komplexen Balance des menschlichen Bewegungsapparats erfahren? Lesen Sie doch auch meinen Artikel "Drahtseilakt" über Sport und seinen Einfluss auf die Sehnen und Bänder.

16
Nov

"Aus dem Lot"

Luftbläschen an Erbsenstange unter Wasser

Ach ja, jetzt wieder die Wirbelsäule. Nein, weit gefehlt! Viel besser und umfangreicher passt diese Überschrift zu unzähligen Beobachtungen aus meiner täglichen Praxis, aber auch an mir selbst...

Ein gut funktionierender Bewegungsapparat und Körper verlangt nach optimalen Parametern von Größe, Gewicht und Umfang bezogen auf das jeweilige Alter. In der Kinderheilkunde und Kinderorthopädie  wird das über die Skalierung mit Perzentilen beurteilt.

Mit der prozentualen Zusammensetzung kann statistisch die Streuung der Werte erfasst und somit über den Mittelwert der Normbereich definiert werden.

Die Körperzusammensetzung ist vor allem in der Orthopädie von größter Bedeutung. Das so oft in der Medizin nur allein beachtete Gewicht hat nur wenig Aussagekraft. Um insgesamt aus dem Lot zu geraten, reichen schon leichte aber kontinuierliche, meist nicht bemerkte Verschiebungen im menschlichen Organismus.

Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Muskelmasse und Körperfett. Hinzu kommt das so gefährliche Bauchfett, welches, mit dem Viszeralen Fett (im Bauchraum korreliert).

Menschen mit zunehmendem Bauchumfang laufen Gefahr, in eine Falle zu laufen. Diese Falle heißt metabolisches Syndrom!

Das metabolische Syndrom oder prädiabetische Syndrom zeichnet sich zunächst durch  Übergewicht und eine zunehmende Insulinresistenz aus. Dadurch wächst die Gefahr Bluthochdruck und einen  manifesten Blutzucker (Diabetes) zu entwickeln. Einmal in der Spirale, ist ein Entkommen nur schwer möglich. Allein die Gewichtsabnahme ist dann schon deutlich erschwert. Das Fatale, die Blutwerte sind meistens viel länger im Normbereich, als es der Körper signalisiert. Man wägt sich in dem trügerischen Glauben, alles sei gut (siehe Beitrag : Leerstand).


Analyse:
Eine inzwischen  einfache Möglichkeit ist ein spezieller Ganzkörperscan, der im Stehen über Hand- und Fußelektroden verlässliche Aussagen über die Körperzusammensetzung liefern kann.
Das Verhältnis und die Verteilung  von Körperfett, Wasser und Muskelmasse sowie weiteren Parametern liefert wichtige Zusatz-Informationen zum Ernährungszustand.
Die aktuelle Körperzusammensetzung wird über die Widerstände im Körper mit Hilfe eines Micro-Stroms gemessen   und analysiert das aktuelle Verhältnis der Körperkompartimente zueinander. Gerade das  Detektieren des viszeralen Fettes ist so wichtig. Das viszerale Fett lagert sich im Bauchraum zwischen den Organen ab und stellt ab einem gewissen Wert ein deutliches Risiko für ernste Erkrankungen dar. Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet und Korrelieren deutlich mit Ernährung und mangelnder Bewegung.
Nach meiner Erfahrung verfolgt der Patient mit Hilfe dieser zusätzlichen Diagnostik sein Ziel viel ernsthafter. Kontrolluntersuchungen nach 3, 6 und 12 Monaten dokumentieren das eindrucksvoll.


Die Situation
Ein junger Mensch kann eine schlechte Ernährung und wenig Bewegung meistens über einen viel  längeren Zeitraum als ein älterer Mensch kompensieren. Der Stoffwechsel wird mit zunehmendem Alter einfach langsamer.
Man muss nicht gleich zum Veganer mutieren, jedoch hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass wohl der übermäßige Fleisch- und Zuckerkonsum maßgeblich an der drastischen  Zunahme von Diabetes und Adipositas gerade auch bei Jugendlichen verantwortlich ist. Kommt Bewegungsmangel hinzu, ist die die Gefahr sehr groß insgesamt aus dem Lot zu geraten.
Der Mensch ist nach wie vor konzipiert täglich 8 bis 10 Kilometer umherzuziehen. Jäger und Sammler !


Was ist zu tun?
Eigentlich simpel und doch so schwer.....
Reduktion von Zucker( auch Fruchtzucker!!), Fleisch ( tierische Fette, Fettsäuren) und Alkohol.

Frauen bauen Alkohol viel langsamer als Männer ab !! Die kritische Tagesdosis ist bei beiden Geschechtern sehr, sehr gering !

Viel Gemüse, wenig Fett vom Säugetier und Reduktion von Fertigprodukten. Mehrstündiges Fasten zwischen den Mahlzeiten.Tägliche Dosis von moderatem Bewegungstraining aber auch Krafttraining.Vorwiegend  Wasser trinken.
Sinkt der Körperfettanteil und steigt der Skelettmuskelanteil, so erhöht sich der Grundumsatz ( Energiemenge, den der Körper in Ruhe für die Aufrechterhaltung seiner Lebensvorgänge benötigt).


Ausblick
Unkompliziert aber diszipliniert !
Umsetzen und Machen !
Nicht morgen - HEUTE !
Bleiben Sie im Lot !

11
Nov

"Voll Gas "

Luftbläschen an Erbsenstange unter Wasser



Unsere Atmung ist  mit einem unbehinderten Voll - Gasaustausch von verbrauchter Luft ( Kohlendioxid) und dem Sauerstoff der eingeatmeten  Luft die Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben.

Schließlich ist wohl auch jeglicher Organismus aus Wasserstoff- und Sauerstoffmolekülen unter Lichteinfluß entstanden.

Wir Menschen atmen meistens völlig unbewusst und das durchschnittlich 13 bis 16 mal pro Minute. Somit kommt täglich eine gewaltige Menge Luft in unsere Lungen ca.14000-16000 Liter beim Erwachsenen. Das Atemvolumen ist von vielen Faktoren abhängig.

Allein die aufrechte Körperhaltung mit Streckung der Wirbelsäule ermöglicht im aufrechten Gang eine deutlich verbesserte Luftaufnahme und Vitalkapazität. Somit kommt gerade der Kinderorthopädie eine große Bedeutung im Hinblick auf die lebenslange  Lungenfunktion zu.

Unsere Atmung wird über den starken Atemreflex gesteuert. Die oberen Luftwege, vor allem die Nase reinigt und erwärmt die Luft bis sie über die Lunge in die über 100 Millionen Lungenbläschen gelangt. Dort kommt es zum Gasaustausch zwischen sauerstoffarmem und sauerstoffreichem Blut. Die roten Blutkörperchen werden mit Sauerstoff beladen und transportieren diesen an die entlegensten Stellen im Körper. Jede einzelne Zelle bedarf immer einer optimalen Sauerstoffmenge um voll funktionsfähig zu sein.
Die Atmung beeinflusst unsere Gesundheit so massiv, dass allein in diesem Funktionskreis durch Störungen unzählige Krankheiten begründet sind.

Die Sauerstoffversorgung unseres Körpers wird sehr von unserer Körperhaltung und unseren Aktivitäten, aber auch Emotionen beeinflusst. Moderates Bewegungstraining sollte im sauerstoffreichen Bereich erfolgen. Zu intensives Training kann uns in ein Sauerstoffdefizit bringen und den menschlichen Organismus übersäuern. Für Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen können somit schnell kritische Situationen erreicht werden.

Atmung beim Gehen:

So kann alleine schon der aufrechte Gang bei einem längeren Spaziergang über mehrere hundert Liter Luftaufnahme entscheiden (siehe meinen Beitrag Walking-Management für einen gesunden Rücken vom 30.8.2019). Die meisten Menschen atmen zu flach. Atmung ist trainierbar. Der Bauchraum bietet zusätzlich Platz, unsere Atmung tiefer und ruhiger zu gestalten.Versuchen Sie mal etwas länger über den Mund  auszuatmen als über die Nase  einzuatmen. Das Zwerchfell zwischen Thorax und Bauchraum ist der wesentliche Atemmuskel. Die meisten Menschen aktivieren diesen Muskel  zu wenig.


Atmung beim Sport:

In der Anspannung z.Bsp. Kraftsport die Luft nicht anhalten.
Besser: Einatmen in der Entspannung – Ausatmen in der Anspannung. Das reduziert eventuell übermäßige Druckverhältnisse im Thorax, Herz und Kreislaufsystem.

Die Ausatmungsphase ist von enormer Bedeutung. Beim Ausatmen findet keine aktive Muskelanspannung statt. Das Zwerchfell kann sich entspannen und kehrt in Richtung Brustraum zurück. Dadurch werden die Lungenflügel zusammengezogen und transportieren durch den entstehenden Druck die verbrauchte Luft (und damit das CO2 ) nach aussen .

Atmung beim Radfahren:
Auch hier gilt, besser aufrecht als zu sehr nach vorne geneigt!

Die Möglichkeit der Sauerstoffaufnahme ist deutlich besser. Die Haltung der Arme und Schultern und vor allem die nicht nach hinten abgeknickte Halswirbelsäule ermöglichen  eine wesentlich verbesserte Sensomotorik auf dem Rad.

Atmung im Schlaf:
Wussten Sie,dass die meisten Herzinfarkte und Schlaganfälle in der Nacht passieren ?

Aus einem wesentlichen Grund! Die Sauerstoffversorgung war dann meistens nicht optimal!
Eine schlechte Matratze, ein schlechtes Kopfkissen, chronisches HWS Syndrom, Übergewicht aber auch Schnarchen mit Apnoe (nächtliche Atmungsstörung) können unbemerkt zu einem erheblichen Sauerstoffmangel mit lebensbedrohlichen Situationen führen.

Ausblick:
Schenken Sie Ihrer Atmung mehr Aufmerksamkeit. Tun sie alles, damit Sie immer viel gute Luft bekommen. Atmen Sie mal beim nächsten Spaziergang ganz bewusst ein und aus! Fragen Sie Ihren Partner ob Sie evtl. nachts unruhig  oder mit Atempausen schlafen. Wenn Sie tagsüber oft müde sind, könnte das ein Hinweis auf eine Apnoe sein. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber!

Zum Rauchen schreibe ich nichts.....!

Ihnen zukünftig mehr Freude und Luft beim Atmen. Und das durchaus mit „Vollgas“.

06
Nov

"sattelfest"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Warum diese Überschrift!?

Weil wir Menschen ein dem Reitsattel recht ähnliches Gelenk besitzen. Es handelt sich um das Daumengrundgelenk zwischen dem großen Vieleckbein und Mittelhandknochen. Dieses Gelenk wird durch den täglichen Gebrauch der Hände besonders beansprucht. Hier sind neben Beugung und Streckung auch Rotationsbewegungen möglich. Somit ist dieses Gelenk für die Funktion der Hand enorm wichtig. Aufgrund der intensiven, ständigen Bewegung und Belastung weist dieses Gelenk oft degenerative Veränderungen, bis hin zur fortgeschrittenen Arthrose (Rhizarthrose) auf. Die Funktion der gesamten Hand ist dann sehr beeinträchtigt.

Überwiegend sind Frauen (wahrscheinlich genetisch, hormonell) bedingt deutlich mehr betroffen und beklagen initial Schmerzen beim Aufdrehen einer Flasche, Handarbeit oder haltender Belastung.

In den letzten Jahren sehe ich aber auch zunehmend Befunde bei jüngeren Männern, die sich übermäßig sportlich betätigen.

Z. Bsp. sind intensiv trainierende Mountain - Biker mit hoher Kilometerleistung im Gelände durch die wiederkehrenden Stöße auf die Handwurzel besonders gefährdet. Auch ich habe das in meinem intensiven E-Mountainbike-Training (s. Post "Arbeit = Kraft x Weg" vom 24.05.2019) inzwischen an meinen Händen bemerkt.
Hier habe ich mit polsternden Handschuhen und einer Veränderung der Lenkergriffe die Stoßbelastung merklich reduzieren können. Daher empfehle ich besonderes Augenmerk auf die Lenkerstellung und Griffe zu legen. Das Internet bietet ein breites Sortiment an ergonomisch geformten Griffen.

Der häufige Gebrauch von Presslufthammern und Schlagbohren können ein weiteres Risiko im Arbeitsalltag  bedeuten. Thema Arbeitsschutz ...


Was kann man im Vorfeld tun?

Frühzeitige Achtsamkeit, Bandagen, Handschuhe, Verhältnisprävention

Wenn eine akute Entzündung vorliegt:

Ruhigstellung, Zinkleimverbände, Infiltrationen, Softlaser, Kältetherapie, entzündungslindernde Medikamente, Umschläge, Orthesen.

Bei fortgeschrittener Daumengrundgelenk-Arthrose (Rhizarthrose):

Hier liegt dann im Röntgenbild meistens neben dem Verschleiß auch eine Subluxation vor, das heißt die Gelenkflächen sitzen nicht mehr optimal („sattelfest“) aufeinander.
Oftmals hilft hier nur noch eine OP. Es stehen mehrere Verfahren zur Auswahl. Entweder wird das Vieleckbein  entfernt und der 1. Mittelhandknochen mit einer Sehne fixiert, damit er nicht in den freigewordenen Raum nach vorne rutscht. Oder man setzt einen Knochenspan aus dem Beckenkamm in die entfernten Gelenkflächen, damit wäre das Gelenk versteift. Auch stehen inzwischen kleine Kunstgelenk-Implantate zur Verfügung. Die OP-Erfahrungen und Behandlungszahlen sind allerdings noch zu gering um hier genaue Aussagen zu treffen.


Ausblick:

Bleiben Sie mit ihrer Achtsamkeit gerade im Hinblick auf Ihre Gesundheit „im Sattel“. Geben sie Ihrem Körper regelmäßige Bewegung.

Grundsätzlich gilt auch für die gesamte Physiologie des Menschen: Reduktion von übermäßigem Zucker-, Fleisch- und Alkoholkonsum. Mit zunehmendem Alter verändert sich Ihr Stoffwechsel erheblich. Mit guter Ernährung, viel Bewegung und ausreichendem Schlaf  können sie allerdings "dagegen halten".

Vielleicht doch mal das ein oder andere Nahrungsergänzungsmittel nach ärztlicher Absprache und Laborkontrolle wenn sie sich „LEER“ fühlen. (siehe Beitrag "LEERSTAND" vom 15.09.2019)

Bei allem was sie tun:

Tun Sie es bewusst! Gestern ist vorbei - morgen wissen wir noch nicht - heute zählt!

02
Nov

"Drahtseilakt"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Der menschliche Bewegungsapparat ist hochkomplex. Hunderte von Sehnen und Bändern bilden die Verbindungen zwischen Knochen, Muskeln und Gelenken.
Die mögliche Belastbarkeit ist individuell und maßgeblich von Trainingszustand und Alter abhängig.
Sportliche Überschätzung oder Falscheinschätzung des Alters sind die häufigsten vermeidbaren Ursachen für sportbedingte Verletzungen am Bewegungsapparat.
Umso wichtiger ist es, einen gesundheitsbewussten und moderaten Einstieg in die sportliche Betätigung zu finden. Gerade "höhere Semester" zeichnen sich oftmals durch zu starkes, plötzliches Engagement nach einer längeren "Couchphase" aus und neigen dazu ihren Körper zu überlasten.

Sehnen schlagen oft früh Alarm

Kommt es zu einer ständigen Überlastung, so treten oft im Bereich der Gelenke Reizungen auf.
Das sind in der Regel  Ansatztendinosen (Reizungen) von Sehnen und Bändern am Knochen.
Hier sollte frühzeitig mit einer Behandlung angesetzt werden. Vermeidungsverhalten, Umschläge, Bestrahlung (z.Bsp. Kryotherapie, Rotlicht, Ultraschall, Softlaser),Bandagen und schmerzangepasstes Training. Wird der Schmerz ignoriert, können die Beschwerden chronifizieren und zur erheblichen Bewegungseinschränkung über einen längeren Zeitraum führen.

Was man im Vorfeld tun kann:

Walking-Management (siehe Beitrag "Walking-Management für einen gesunden Rücken" vom 30.8.2019), das heißt bewusst 10.000 Schritte täglich - das sind etwa 7,6 Kilometer strammes Gehen. Sturzprophylaxe durch gutes Schuhwerk und Bekleidung.
Tägliches Krafttraining, Yoga, Gewichtskontrolle und vieles mehr z. Bsp. Qi Gong. (siehe Beitrag "Die Wolken teilen, das Universum stemmen, die Galaxie vereinen" vom 01.07.2019)

Medikamenten-Analyse auf mögliche Nebenwirkungen am Bewegungsapparat!  Zum Beispiel können einige Antibiotika die  Gefahr eines Achillessehnenrisses deutlich erhöhen!

Stress-Management und Optimierung der Körperzusammensetzung (BMI), Ernährungsanalyse (siehe Beitrag "LEERSTAND" vom 15.9.2019)

Kortison an die Sehne?

In meiner Praxis versuche ich das weitgehend zu vermeiden. Mehrfaches Spritzen von Kortison an eine Sehne oder ihren Ansatz birgt neben der Gefahr der Infektion die Möglichkeit des späteren Sehnenrisses!
Kortison kann in hoher Konzentration die Sehnen angreifen. Es gibt aber auch naturheilkundliche Präparate die kaum Nebenwirkungen aufzeigen.
Eine weitere Therapieoption ist unter anderem  die Softlaser-Behandlung, die allerdings mehrfach durchgeführt werden muss. Das energiereiche Laserlicht dringt tief ins Gewebe ein und soll angeblich  die Heilung nachhaltig anregen.

Verkalkung der Sehnen

Hier ist fast immer das Schultergelenk (Kalkschulter) betroffen und dies meistens akut sehr schmerzhaft beginnend. Oftmals ist die stereotype PC-Arbeit hier ursächlich und führt über die immer wieder stundenlang reduzierte Beweglichkeit der Schulter zu wachsenden Kalkeinlagerungen. Nach einer sofort entzündungshemmenden Behandlung, kommt es in der Regel  zur Linderung. Im Nachgang sollte das Kalkdepot reduziert werden. Hier wird oftmals die fokussierte Stoßwellen-Therapie eingesetzt. Ausgeprägte Befunde sind manchmal nur noch mit einer Arthroskopie ( Gelenkspiegelung) effektiv zu behandeln.

 

Der Fersensporn

Auch hier geht der Schmerz von einer Sehne aus. Betroffen ist der Sehnenansatz einer Sehne , die vom Fersenbein bis zum Zehengrundgelenk reicht. In chronischen Fällen bildet sich hier eine knöcherne Verdickung, die dann  später im Röntgenbild als Fersensporn zu sehen ist. Ursächlich sind auch hier oftmals ständige Fehlbelstung, Übergewicht, schlechtes Schuhwek etc.. Hier können Fersenpolster, Weichbettungseinlagen und physikalische Theraie hilfreich sein. In hartnäckigen Fällen kommt auch hier unter anderem die Stoßwellentherapie oder sogar eine  Röntgenreizbestrahlung zum Einsatz.

Der Tennisellenbogen

In einer orthoädischen Praxis ist das eine relativ häufig vorkommende Diagnose. Hier handelt es sich um Beschwerden an der Außenseite des Ellengelenkes. Das Heben der Hand, ein fester Händedruck oder das Abstützen des Körpers  mit der flachen Hand verursacht dann Beschwerden am äußeren Ellengelenk. Auch hier kommen die oben genannten Maßnahmen zum Einsatz. Nicht selten liegt parallel ein HWS-Syndrom vor, welches den Befund unterhält und  verstärken kann. Der Fokus der Behandlung solle immer  ganzheitlich sein.

 

Ausblick

Auch Sehnen benötigen ihre tägliche Dosis Bewegung (evtl. mit Dehnen und Stretchen, Yoga etc.) Eine zucker- und fleischreduzierte Ernährung reduziert die Gefahr der Übersäuerung. Hierzu finden Sie mehr in meinem neuen Beitrag "Schmerzhafte Kristallbildung" zum Thema Gicht.

Bleiben Sie am "Ball" !

20
Okt

"Knochen-Arbeit"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Orthopädie heißt: Erziehung zum aufrechten Gang. Dieser kurze Satz hat es buchstäblich in sich! Uns Menschen geht der aufrechte Gang in vielerlei Hinsicht zunehmend verloren, obwohl wir immer größer werden.

Im frühen Mittelalter waren die Menschen mit durchschnittlich 173 cm relativ groß, sogar einige Zentimeter größer als ihre Nachfahren im 17. Jahrhundert! Das hat der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Richard Streckel herausgefunden.Die Körpergröße der Bevölkerung ist auch ein Indiz für die Ernährung und Versorgungslage!

In Deutschland erreicht die durchschnittliche Körpergröße des Mannes inzwischen 180 cm, die der Frau 166 cm.Die menschlichen Knochen haben somit deutlich an Längenwachstum zugenommen, was biomechanisch aber auch nicht unproblematisch ist. Wir sitzen einfach zu viel und ein besonders großer Mensch ist durch schlechtes Sitzen und zu wenig Bewegung einer noch größeren Gefahr von Rückenschmerzen und Dysbalancen ausgesetzt.

Ein Gerüst ist nur optimal belastbar, wenn alle Komponenten perfekt statisch aufeinander abgestimmt sind.

ZUG und DRUCK

Das gesunde menschliche Knochengerüst (Skelett) verlangt nach ständigem Zug und Druck in einem gesundheitsverträglichen Modus. Fehlt dieser Stimulus, so kommt es zum schleichenden aber kontinuierlichen Knochenschwund (Osteoporose).Die Stabilität des gesamten Bewegungsapparates geht verloren.

5,3 Millionen Frauen und 1,2 Millionen Männer über 50 Jahre leiden unter Knochenschwund.

Gründe hierfür sind :

Primär:

  • nach den Wechseljahren (Östrogenmangel,  Wechselwirkung auf Calcitonin und Vitamin D)

Sekundär:

  • durch Krankheiten, Medikamente, Schilddrüsenüberfunktion und Bewegungsmangel

Senile Osteoporose:

  • Im späteren Alter allgemeiner Verlust von Knochenmasse. Besonders ab dem 70. Lebensjahr schlagen jahrelanger Alkohol- und Nikotinkonsum sehr zu Buche.

Was kann passieren?

Eine unentdeckte Osteoporose ist nahezu  ein unwiederbringlicher Verlust von Knochensubstanz und lässt langfristig vorwiegend die Wirbelkörper sintern (zusammenpressen, sogar einbrechen).Auch der Oberschenkelhals-Bruch ist beim älteren Menschen häufig Ursache einer Osteoporose !Nicht selten bricht der Oberschenkelhals bereits unmittelbar im Sturz und ist dessen Ursache. Deswegen ist die Sturzprophylaxe bei älteren Menschen so wichtig.Bei einer manifesten Osteoporose ist die Gang- und Standunsicherheit deutlich erhöht.Fast jeder sträubt und schämt sich vor dem Gebrauch eines Rollators - dabei ist er ein ausgesprochenes Trainingsgerät für Herzkreislauf/ Motorik  und Sicherheit zugleich !

Die Kyphose (Witwenbuckel), untypische Rückenschmerzen und Knochenbrüche bei leichten Stürzen sind immer hochgradig Osteoporose-verdächtig !

Lassen Sie ihre Knochendichte bestimmen (DXA - Messung ist momentan  der Goldstandard )

Was kann man präventiv tun ?

Sonnenlicht (am ganzen Körper zur Vitamin D 3 Bildung), tägliche Bewegung, leichtes Krafttraining, eiweißreiche Ernährung und das Meiden von Zucker, Alkohol und Nikotin. Die Ernährung sollte basenlastig sein.Sauer ist in dem Fall nicht lustig.Eine Übersäuerung fördert die Osteoporose.Der tägliche Calciumbedarf liegt bei ca. 1000mg. 300mg scheiden wir aber täglich über Schweiß, Urin und Stuhl aus.Viele grüne Gemüse und älterer Käse haben viel Calcium.

Auch ein übermäßiger Konsum von Kaffee,Salz,schwarzem Tee und Colagetränken  ist ein „Knochenräuber“. In unseren Breitengraden empfehle ich allen Patienten in den Wintermonaten die Substitution von Vitamin D3 und K2 (mit Laborkontrolle). Einen Vitamin D Mangel stelle ich bei vielen Patienten fest.

Kontrollieren sie Ihre Medikamente auf eventuelle knochenraubende Nebenwirkungen und besprechen Sie das mit Ihrem Hausarzt um evtl. dagegen etwas zu unternehmen!

Ich persönlich nehme täglich seit Jahren  3000 IE Vitamin D3, 500 mg Calcium. Alles mit Laborkontrolle, siehe Beitrag vom 15.9.2019.

Zusätzlich die tägliche Dosis Ausdauertraining von ca. 40 Minuten Radfahren (s. Beitrag vom 24.6.2019) oder z.Bsp. Cross - Shaping, Nordic- Walking, Joggen und Wandern. (s. Beitrag vom 30.8.2019).

 

Fazit:

Auch Ihr Knochengerüst muss regelmäßig trainiert und optimal versorgt werden. Nur so bleibt das Verhältnis zwischen knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) und knochenabbauenden Zellen (Osteklasten) stabil.

Starke Knochen werden Sie lange fit und aufrecht halten !

07
Okt

"SCHLAGLÖCHER"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten
Hat das was in der Orthopädie zu suchen? Ich finde schon!
 
Zum einen verändern Schlaglöcher das mechanische Abrollverhalten darüber fahrender Fahrzeuge und das Gangbild von Fußgängern.
 
Zum anderen haben sie eine große Ähnlichkeit mit der mikroskopischen Oberfläche eines durch Abnutzung veränderten Gelenkknorpels.
 
DIE ARTHROSE!
 
Auch wenn 8 Millionen deutsche Bürger unter dieser Diagnose leiden, muss ich mich oft wundern, was man den Patienten über diese Erkrankung erzählt und welch abstruse Therapien existieren.
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die nicht altersentsprechend ist und die unterschiedlichste
Ursachen haben kann:
 
  1. Genetik
  2. Posttraumatisch (nach einer Verletzung)
  3. Rheuma (entzündlich degenerativ)
  4. chronische Fehlbelastung 
  5. Medikamente oder Strahlentherapie
  6. Ernährung
  7. Übergewicht
  8. Bewegungsmangel
  9. Durchblutungsstörung
  10. Blutzucker
 
Hauptsächlich betroffen sind:
 
  • Hüftgelenke
  • Kniegelenke
  • Sprunggelenke
  • Handgelenke

Ein Gelenk besteht meistens aus 2 von Knorpeln überzogenen Knochen, verbunden über eine bindegewebige Kapsel, an der wiederum Sehnen, Muskeln und Bänder ansetzen und eine Funktionseinheit bilden. Man unterscheidet zwischen Kopf-Kugel-und Schaniergelenk.

Was kann man im Vorfeld tun?
 
In erster Linie Prävention!
Viel Bewegung ohne übermäßige Belastung ist die  beste Vorsorge. Für das Hüft- und Kniegelenk ist das Radfahren biomechanisch eine ideale Bewegungsform
Ist die Koordination nicht beeinträchtigt, sollte das neben Gymnastik und Walking zum täglichen Bewegungsprogramm
gehören! Hometrainer stehen oft ungenutzt herum.
Schade! Behalten Sie Ihr Gewicht sehr im Auge.
Übergewicht und der daraus resultierende Bewegungsmangel begünstigen eine Arthrose sehr.
Ernährung hat großen Einfluß! Ich persönlich versuche Fleisch, Zucker und Alkohol zu meiden.
Hin und wieder nehme ich Gelatine ein. Jedoch ist eine positive Wirkung auf die Knorpelbildung wissenschaftlich nicht
belegt.
 
Was ist bei der Diagnose Arthrose zu tun?
 
Vorsicht bei Heilsversprechen von selbsternannten Schmerzspezialisten mit fragwürdigen Therapien  ohne entsprechenden Studiennachweis!
Ist das Gelenk (wodurch auch immer) geschädigt, kommt es zur Fehlbelastung.
Wird diese Fehlbelastung nicht korrigiert (z. Bsp. durch Physiotherapie, Orthostatische Korrektur der Gelenke und Muskeln über Schuhzurichtung, Gewichtsmanagement, Haltungsoptimierung, Umstellungsosteotomie) nimmt der Knorpel an den Gelenkflächen einen kontinuierlichen Schaden (fortgeschrittene Arthrose) bis hin zum Funktionsverlust des Gelenkes.
Das ist in der Regel mit erheblichen Schmerzen verbunden. Für ein trockenes, reibendes Gelenk mit
Bewegungsschmerz kann die Hyaluron- Injektion (3-5x)  mit Linderung verbunden sein. Hyaluron ist in diesem Fall mit einem Schmiermittel vergleichbar.Vorab muss immer eine ausführiche Aufkärung über die Möglichkeit einer Infektion und Reaktion erfolgen.
Auch kann die Eigenblutplasma- Therapie evtl. helfen (siehe meinen Beitrag vom 27.5.2019).
 
In manchen Fällen lindert eine Röntgenreizbestrahlung die Beschwerden. Das Fortschreiten der Gelenkzerstörung wird dadurch allein allerdings nicht aufgehalten. Eine akute Gelenkentzündung zeigt sich durch Schwellung und Erguß.
Dieser Zustand ist mit kurzer Ruhigstellung und entzündungshemmenden Salben und Medikamenten zu behandeln. Ist das Gelenk völlig zerstört und hochgradig in seiner Funktion eingeschränkt hilft meistens nur noch die
Implantation eines Kunstgelenkes!
Krankenhäuser sollten hierfür besondere Qualitätsstandards und OP-Zahlen vorweisen können.
Eine gute Übersicht finden Sie unter folgendem Link:
Zum Thema Kunstgelenke gibt es im Netz viel Information und sogar eine sehr aufschlussreiche Facebook-Gruppe namens TEPFIT.

Mit zunehmendem Alter steigt leider das Risiko deutlich, an einer Arthrose zu erkranken.
 
Bleiben Sie gesunder Bewegung!
24
Sep

"SPURWECHSEL"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Die Erdanziehungskraft ermöglicht über unseren Schwerpunkt, dass wir überhaupt aufrecht gehen können.

Der einzige Kontakt zur Erde sind unsere Füße.

Die Fläche der Füße ist gemessen an der Körpermasse wiederum sehr klein. Somit kommt dieser Verbindung in der Orthopädie eine enorme Bedeutung zu.


Der menschliche Bewegungsapparat ist  ein hochkomplexes System aus ca. 206 Knochen, 140 echten Gelenken, zig Kapsel-Band- Strukturen und über 650 Muskeln.

In fast jedem meiner Beiträge können Sie lesen, dass alles mit allem zusammenhängt.

Dass der Fuß in der Orthopädie wahrscheinlich die zentralste Rolle spielt, möchte ich Ihnen kurz so erklären:

Wenn bei einem Auto die Spur nicht stimmt, werden sich nach kurzer Zeit die Reifen unterschiedlich abnutzen, in gravierenden Fällen etwas später auch die Achsschenkelgelenke. Danach nimmt das ganze Fahrgestell deutlichen Schaden.
So einfach!

Der Fuß regiert den Nacken - der Nacken regiert den Arm. Damit ist eigentlich schon alles gesagt!
Genau so einfach!

Ich mache täglich immer wieder die Erfahrung, dass viele Rückenbeschwerden allein schon in der Fußanatomie oder nur  durch das Tragen falscher Schuhe begründet sind. Schnell werden unnötige MRTs verordnet.

Und immer wieder bedarf es Überzeugungskunst, dem Patienten einfach nur zu erklären, dass eine orthostatische Korrektur über eine Einlage beidseits (ich spreche nicht von einer Schuherhöhung!) wahrscheinlich mittelfristig der sinnvollste Weg der Behandlung ist.

Die Behandlung mit Einlagen wird oftmals zu Unrecht in Frage gestellt!

Wird jedoch eine Sandale von der Stange mit Sanitätshaus-Flair oder regendichte Schaumstoff-"Pantoffeln" für drinnen und draußen plötzlich durch You Tuber oder Models zum Modehype, wird nichts mehr hinterfagt und die mangels Halt und Fußbett mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Fehlstellungen führende Fußbekleidung zur Schau getragen...

Wie auch immer - wir sind schon lange keine leichtfüßigen Urmenschen mehr, die barfüßig den ganzen Tag durch den Sand laufen und deren Sehnen, Muskeln und Fußgelenke durch das ständige Training ausreichend trainiert sind.

Daher ist es wichtig, durch eine Vermessung genau zu bestimmen, wo unsere Füße wieviel Unterstützung oder Polsterung brauchen, damit wir automatisch gerader und gesünder gehen.

Der Fuß hat ein Längs- und Quergewölbe, das ähnlich dem Rückgrat für Stabilität sorgt. Stimmt hier etwas nicht, so hat die Korrektur über eine Pelotte bzw. Einlage enorme Auswirkung auf den gesamten Bewegungsappart!

Manche Befunde erfordern eine aufwendigere Versorgung mit sensomotorischen Einlagen.

Walkingmanagent und gesunde Fußbettung - eine Wohltat nicht nur für den Rücken!

Wenn Sie Rücken- oder Nackenschmerzen haben, denken Sie einfach mal an die Füße und ändern Sie hier vielleicht etwas!

Viel Freude mit Ihren gesünderen Füßen!

15
Sep

"LEERSTAND"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Nicht selten bringen mir die Patienten schon gleich zur Einganguntersuchung ein unauffälliges Blutbild vom überweisenden Arzt mit.

Klinisches Bild und Wohlbefinden des Patienten sind jedoch oftmals weit vom "Normbereich" entfernt!

Der Blick in die Augen, die Körperhaltung und eine einfache Untersuchung weisen den Weg in die "2. Ebene" hinter dem klassischen Blutbild.
 

Es reichen schon kleine Abweichungen, die zwischen Wohl und Unwohlsein entscheiden!
 
Die Augen hierfür gingen mir vor 8 Jahren so richtig auf. Damals führte mich glücklicherweise ein Urlaub ins Mühlwaldtal in Südtyrol. Zufällig in ein Hotel, deren Betreiber an einigen Dr.Ulrich Strunz-Seminaren teilgenommen hatten. Inzwischen bezeichnen Sie sich auch schon mal als Strunzianer und geben ihre Erfahrungen an die Gäste auf Wunsch weiter.
Herrmann, Ursula und die 4 Kinder sind alle topfit und kerngesund. Hermann ist zudem  ein Ultra-Marathonläufer und Geschäftsmann mit engem Stundenplan, Ursula sehr sportlich, extrem eingespannt und fleissig aber nie gestresst.

Die Familie P. lebt seit Jahren mit der deutlichen Reduktion von leeren Kohlehydraten anlehnend an die Paleo Ernährung und pflegt die Achtsamkeit auf den eigenen Körper in vielerlei Hinsicht. Ich war skeptisch und habe mich dann doch auf die Ernährungsumstellung für meine Zeit dort eingelassen. Bereits nach einer Woche verschwand meine Trägheit. Das Gewicht ging runter.
Zu Hause habe ich gleich eine spezielle Blutuntersuchung durchführen lassen, deren Fokus auf der Anlayse von Hormonen, Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen lag. Damals wägte ich mich im trügerischen Glauben, schon alles von diesen Dingen im Überfluss mit meiner täglichen Ernährung zu mir zu nehmen.
 
Weit gefehlt! Die Analyse zeigte massive Defizite in meinem Blut!

Seitdem messe ich - und was fehlt wird zugeführt! So einfach!
Dafür gibt es auch einen Namen: Orthomolekulare Medizin. Immer wieder werden die Nahrungsergänzungsmittel in den Medien in Frage gestellt. Meine tägliche Erfahrung in der Praxis  ist eine andere!
Wir Ärzte verordnen viel Medizin-fraglich ob wirklich immer notwendig, gerade im Hinblick auf die Wechsel- und Nebenwirkungen.
 
Damit wir uns hier ganz klar verstehen - ernsthafte Erkrankungen sind mit entsprechenden   Medikamenten der Schulmedizin zu behandeln !!
 
Gesundheit bedeutet seelisches und körperliches Wohlbefinden bei Fehlen einer Diagnose. Eine Diagnose entsteht aber schon wenn ein Vitamin oder Spurenelemnt fehlt. Fehlt Vitamin A werden Sie blind, fehlt Jod gänzlich, sterben Sie! Auch einfach!! Also, jede Nahrungsaufnahme wirkt wie Medizin. Steckt nichts in der Nahrung kommen wir ins Defizit.
 
Übergewichtige Menschen haben oft nicht zuviel - nein viel zu wenig! Und zwar an  Vitalstoffen - und dann "zieht der Kamin" nicht mehr richtig....

Einfach mal beim Essen daran denken, was wohl drin oder nicht drin  steckt!

Essen sie sich gesund zumindest bitte nicht krank.....
 
Und ein Umdenken scheint es auch in der medizinischen Fachpresse zu geben.
 
30
Aug

Walking-Management für einen gesunden Rücken

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Die menschliche Anatomie hat sich in den letzten 5 Tausend Jahren nur unwesentlich verändert.

Die Lebensumstände haben sich jedoch so rasant entwickelt, dass wir unserer eigentlichen Berufung, 8 bis 10 Kilometer zu laufen, um z. Bsp. jagen und sammeln zu können, überhaupt nicht mehr gerecht werden.

Rückenschmerzen und degenerative Gelenkerkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft aus mehreren Gründen zu.

Das Lebensalter steigt Dank der Fortschritte in der medizinischen Versorgung kontinuierlich an.

Somit erleben wir viele Erkrankungen, die früher durch die reduzierte Lebenserwartung erst gar nicht erlebt wurden.

Wir sitzen viel zu viel! Nicht umsonst wird das Sitzen auch als das Rauchen des Rückens bezeichnet.

Die berühmten 10 Tausend Schritte können nur ihre Wirkung entfalten, wenn sie aufrecht und ambitioniert erfolgen.


Warum kommt man nach dem Einkaufen in der Stadt erschöpft zurück!?

Weil wir dort meistens schlendern und damit die Energie nicht effektiv durch die 4 großen Muskelketten transportiert werden kann. Die Energie verpufft einfach.

Eine gestreckte Wirbelsäule entlastet die Bandscheiben. Ein Gehen ohne aufrechte Körperspannung verkürzt die Wirbelsäule. Es erhöht den Druck besonders auf der Bandscheiben-Vorderseite erheblich, so dass sich
allein schon haltungsbedingt Bandscheibenmaterial nach hinten pressen kann.
Der Bandscheibenvorfall ist vorprogrammiert.

Aus diesem Grund propagiere ich auch schon bei meinen jüngsten Patienten den aufrechten Gang mit Schwingen der Arme, um den optimalen Energiefluss zu erreichen.

Nordic Walking ist schon gut und hat viele hunderttausend Menschen animiert, das Gehen mit einem 2-Punkt-Gang zu optimieren.
Das Ganze geht auch physiologisch noch anspruchsvoller unter Einbeziehung der Armmuskulatur im 3 Punkt-Gang.

Cross-Shaping-Dreipunktgang


Nordic-Cross-Training (Cross-Shaping) wurde von mir gerade im Hinblick auf die Rückenprävention entwickelt.
Hier wird das Gehen mit deutlicher Aufrichtung und
Mobilisation der Wirbelsäule zum effektiven
Ganzkörpertraining transformiert.

Viel Freude am gesunden Walking!
 
Linkempfehlung: Cross-Shaping-Artikel bei www.der-niedergelassene-arzt.de.
18
Aug

"WECHSEL-STROM"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten
Egal ob jung oder alt - ob dick oder dünn.
 
Der Einstieg in den aktiveren Bewegungs- oder Sportmodus ist jederzeit möglich.
Anfänglich ist die Motivation meistens hoch.

Ob beim Laufen, Radeln oder Fitnessstudio - schnell sind wir in der Gewöhnungsphase und alles geschieht nach einem immer wiederkehrenden Schema !
In den ersten 3 Monaten verbessert man im Schnitt  z.B. beim Lauftraining seine Kondition um 35%. Danach passiert bei gleichbleibendem Training praktisch nicht mehr viel. Jedenfalls ist eine Steigerung fast unmöglich bei gleichem Trainingspensum.

Hier liegt die Gefahr der Desillusion und Frustration - hier ist das Potential für Adaptierung bis hin zur Aufgabe unserer noch so schönen Pläne.

Schnell ist die Luft raus. Uns fehlt die Abwechslung. Dann ist es Zeit, die Runde mal andersrum zu laufen oder zu walken, den Zirkel mal an anderen Geräten durchzuführen. Der menschliche Körper braucht Trainingsreize.
 
Egal, was Sie tun - tun Sie es bewußt!
Gehen Sie auch mal "ANDERE WEGE"- das heißt:
Ergänzen sie Ihr übliches Programm mit neuen Bewegungsmodulen. Diese Abwechslung führt zu anderen neuronalen Verschaltungen (Mustern) in Ihrem Gehirn ! So erzeugen Sie ein Gegenmittel für die schnell aufkommende Langeweile!

Der Weg (ist das Ziel) zu Fuß in die Stadt wird schnell zur Trainingseinheit, wenn Schrittfrequenz und Körperspannung bewusst wahrgenommen und kontrolliert werden (Walking-Managent).
Jede Treppe könnte plötzlich vom undankbaren Hindernis zum willkommenen Trainings-Etappeabschnitt mutieren.
Jeder Bierkasten bedeutet nicht nur das lästige Schleppen der darin verpackten Kalorien. Nein, der aktive, bewußte Transport des Kastens in die Wohnung könnte auch muskulärer Stimulus mit der darin schlummernden Belohnung bedeuten.


Yoga, Qigong, Gymnastik  oder auch nur ein Spaziergang runden alles nochmal ab.
Zwei Kräfte schlummern in uns: Sympathikus und Parasympathikus. Diese wollen aktiviert werden.

Wie brauchen unsere tägliche Dosis an Bewegung und Erholung - der eine mehr, der andere weniger.

Egal was Sie tun, tun sie es bewusst und mit Phantasie  !
Gestern ist vorbei. Was morgen passiert wissen wir nicht!
Heute haben Sie es in der Hand !!

Viel Spaß dabei!
03
Aug

Faszien - Das Bindegewebsnetz unseres Körpers

Paar klettert zwischen Klippen
Faszien - Lange verkannt?!
 
Die Schulmedizin hat diesem "Netzwerk" bisher wenig Beachtung geschenkt!
 
Viel wird momentan über die Faszien gesprochen.
 
Eigentlich nutzloses und lebloses Gewebe hieß es lange - gewissermaßen das Verpackungsmaterial unserer Muskeln und Gelenke.
 
In der Osteopathie und Physiotherapie wird diesem geheimnisvollen System schon lange viel Bedeutung zugemessen.
 
Faszien sind nicht nur  leblose Hüllen unserer Muskulatur. Nein, sie sind ein hochkomplexes System. Sie kommunizieren untereinander und sind enorm wichtig für unseren Bewegungsapparat.
 
Sie sind sogar  trainierbar, können Energie speichern und wieder freisetzen. Aber ebenso können sie verkümmern, verhärten und sich verkürzen.
 
Faszien kommunizieren untereinander über Millionen von kleinsten Synapsen und Nervenendigungen.

Als Nervenendigungen werden die unterschiedlichen Gebilde bezeichnet, über die Nerven mit anderen Nerven in Verbindung treten.
 
Auch die Verbindungsstücke der Nerven zu Muskelzellen werden Nervenendigungen genannt.
 
Außerdem können Nervenendigungen in der Haut liegen und dort als Tastorgane der Haut (Tastkörperchen) fungieren.

Viele Sehnenverletzungen werden falsch diagnostiziert und sind Verletzungen der Faszien oder deren degenerative Veränderungen.

Was mögen Faszien?
 
Bewegung, Bewegung, Bewegung!!! Hinzu kommen Gymnastik, Yoga, Dehnen, Stretchen, Pilates, Qi Gong etc.
 
 
Alles hängt mit Allem zusammen.
 
Deswegen ist die ganzheitliche Sichtweise und Behandlung von Schmerzsyndromen so fundamental und oft schon allein im System der Faszien begründet!
 
Eigentlich schon lange bekannt - die klassische Bindegewebsmassage hatte schon immer ihre große Bedeutung.
 
Oftmals wird aus einem alten Hut doch wieder nur ein neuer!
 
12
Jul

Muskeln beeinflussen unser Leben

Paar klettert zwischen Klippen
Muskeln beeinflussen unsere Gesundheit positiv auf verschiedene Art und Weise
 

Unser Stoffwechsel und unsere Muskeln haben sich seit zehntausenden von Jahren nicht verändert. Wir sind für körperliche Hochleistung ausgelegt und nicht dafür gemacht, den ganzen Tag fast ohne Bewegung zu verbringen. 

Wir sind von der Evolution her auf Bewegung optimiert. Wir brauchen neben Ruhe auch mehrmals pro Woche kurze und hohe Muskelleistungen. 


Bewegung lindert Schmerzen, erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit und wirkt vorbeugend gegen viele Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Typ 2-Diabetes, Depressionen, Herz-Kreislauferkrankungen, Demenz .....
Um das zu erreichen, müssen die Patienten körperlich aktiv sein.

Bewegung verändert auch die Gene. Körperliche Aktivität bremst die natürliche Zellalterung. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere. Telomere sitzen wie Kappen auf den Chromosomen im Zellkern. Werden die Telomere immer kürzer, teilt sich die Zelle nicht mehr. Das Gewebe stoppt seine Erneuerung und der Alterungsprozess nimmt an Fahrt auf. Durch regelmäßige Bewegung wird die Bildung eines Enzyms (Telomerase) angeregt, das dem Längenverlust der Telomere entgegenwirkt. Sport wird so zu einem Jungbrunnen für die Zellen.

Bei Bewegung produziert die Muskulatur eine Menge heilsamer Substanzen
Nicht nur Herz und Skelettmuskeln profitieren von der Bewegung, sondern auch Gehirn und Psyche: Bewegung fördert, stabilisiert und schützt die mentale Verfassung. Das haben viele Untersuchungen der letzten Jahre ergeben. So konnten Forscher die Mechanismen dahinter immer besser aufklären:

Feinste Blutgefäße, die Hirnkapillaren, durchziehen das Nervengewebe und versorgen die dortigen Neuronen mit Nährstoffen. Volumen und Verästelung der Kapillaren wachsen mit körperlicher Aktivität, sogar neue Gefäße können entstehen – Forscher sprechen von " Angiogenese". Neben dem An- und Abschalten von Genen regt Bewegung außerdem den Aufbau neuer "Hardware" in Form von Neuronen und Nervenfortsätzen an ("Neurogenese"). Maßgeblich gesteuert wird dies durch Wachstumsstoffe wie Vascular Growth Factor (VGF) oder Brain Derived Neurotrophic Factor (BDNF). Genau diese werden bei Muskelaktivität vermehrt produziert.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Wendy Suzuki revolutioniert die Art und Weise, wie wir über unser Gehirn, unsere Gesundheit und unser persönliches Glück denken. Anhand neuster Erkenntnisse der Hirnforschung verdeutlicht sie den wirkungsvollen Zusammenhang zwischen Bewegung, kognitiven Fähigkeiten und allgemeinem Wohlbefinden. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch das Gehirn und zeigt, wie wir die sogenannte Neuroplastizität nutzen, um unser Gehirn, unseren Körper und letztendlich unser Leben positiv zu verändern. 

Im Hippocampus "Das Tor zum Gedächtnis" stimuliert körperliche Aktivität Bildung und Wachstum neuer Hirnzellen. Bewegung wirkt direkt auf den Hippocampus. Er gehört zu den am stärksten veränderbaren Strukturen im Gehirn und besitzt so eine hohe Plastizität. Darunter versteht man die Eigenschaft einzelner Synapsen, Nervenzellen und ganzer Gehirnbereiche sich in Abhängigkeit ihrer Nutzung zu verändern. Bewegung fördert die Neubildung von Neuronen im Hippocampus und das besonders, wenn es sich um abwechslungsreiche Bewegungen handelt z.B. die Kombination aus Ausdauertraining und Krafttraining. 

Auch eine "passive" Bewegung wie z.B. in der Physiotherapie kann bei vielen Bewegungsreizen eine Wirkung im Hippocampus zeigen.

Bei älteren Menschen reduziert Bewegung das De­menzrisiko. Randomisierte kontrollierte Interven­tionsstudien zeigen, dass daraufhin die Aufmerksamkeit steigt und das Hippocampusvolumen zunimmt.
01
Jul

Die Wolken teilen, das Universum stemmen, die Galaxie vereinen

Qi Gong bzw. Tai Qi Praktizierender am Strand
Nur wenn sich Erkenntnisse über hunderte von Jahren durchsetzen, haben sie das Potenzial nie verloren zu gehen.
 
So ist es auch in der Medizin:
 
Vieles kommt, nur manches bleibt, vieles geht!

Heute sehe ich als Arzt die Dinge völlig anders als vor 20 Jahren.
Es fehlte damals einfach die Erfahrung.
 
Die Komplexität, dass alles mit allem zusammenzuhängen scheint, wird mir immer bewusster. So hat die Verhaltensprävention und die Achtsamkeit auf alles, was einen selbst und das Umfeld umgibt, mein ärztliches Handeln verändert.
 
Die Akupunktur entwickelte sich vor tausenden von Jahren, da man erkannte, dass die ständig durch uns laufende Lebensenergie über  festgelegte Leitbahnen (Meridiane) fließen muss.
 
Für mich hat dieses System den fundamentalsten Bezug zu Wohlbefinden, Unwohlsein oder Krankheit. 6 Yin-Meridiane , 6 Yang - Meridiane; die westliche Medizin spricht hier über das vegetative Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus.
 
Und jetzt kommt's:
 
Alles , was wir Menschen tun und was uns widerfährt, verändert unsere Lebensenergie (Qi) - gut wie schlecht !
Wer diese Lebensenergie unterstützt und pflegt, der lebt bewusst! Es gibt einfache Techniken, diese Energie (Qi) gezielt mit einfachen Körperübungen zu bündeln!
Eine Möglichkeit ist Qi Gong.
 
Seit über 2500 Jahren ist Qi Gong überliefert und bietet jedermann einen einfachen Weg, sein eigenes Qi zu verbessern !
 
Qi Gong bedeutet Arbeit mit dem Qi, um
 
- die Stimmung zu heben
- Spannungen abzubauen
- den Energiefluss im Körper zu regulieren
- die Belastbarkeit zu steigern
- das Körperbewusstsein zu stärken
 
Überall und jederzeit ist Qi Gong eine wirksame Möglichkeit, das Gemütsleben zu verbessern.
 
Es gibt 8 Brokate die jeweils für ein sehr effektives Bewegungsmuster stehen.
 
Ich habe mit einem sehr erfahrenen Qi Gong Meister oft üben können und versuche es zu perfektionieren.
 
3 Brokate mit jeweils 4 Wiederholungen gehören inzwischen in meinen Tagesablauf.

Für mich genial effektiv.
24
Jun

Arbeit = Kraft x Weg

Dass aus einem "alten Hut" ein völlig neuer und viel besserer wird, kommt selten vor.

Im Folgenden von mir beschriebenen Fall ist es aber ein Quantensprung!

Hinzu kommen Wohlbefinden, Leistungssteigerung, vitale Natureindrücke und sehr viel Spaß.

Was mag jetzt wohl kommen!?

Jahrzehnte bin ich immer viel geradelt - aber zugegeben mit steigendem Alter immer weniger und vor allem mit viel weniger Enthusiasmus !

Zufällig kam ich in die Situation mit einem E-Mountainbike fahren zu müssen.

Fast schon etwas verschämt (nach dem Motto - na, da sehe ich mich aber noch nicht) bestieg ich den surrenden Drahtesel und wurde beim ersten Antritt auf der eingestellten Turbostufe regelrecht nach vorne katapultiert.

Ich will es jetzt kurz machen:
Nach wenigen Tagen habe ich ein E-Mountainbike gekauft. In 4 Wochen bin ich mit steigender Begeisterung bereits 800 km gefahren und - das Allerbeste - schon jetzt fühle ich einen deutlichen Zuwachs an Kondition und Begeisterung.

Als Sportmediziner möchte dieses völlig neue Bewegungserlebnis unter freiem Himmel  jedem "etwas Älteren", der sportlich ambitioniert ist, nur empfehlen.

Es handelt sich hier um ein hocheffektives Ergometertraining im Freien. Durch zahlreiche Programme und Übersetzungen ist immer ein gelenkschonendes aerobes Training gewährleistet und jeder Berg wird zur Freude und nicht zur Qual.
Voraussetzung sind eine optimale Sitzposition (wenig krummer Rücken und gute aufrechte Sitzposition ohne den Kopf, wie so viele Moutainbiker, in den Nacken nehmen zu müssen).

Mein Fazit:
Symbiose von großem  Freizeitspaß und Gesundheitsprävention. Der Bewegungsradius ist enorm - im Schnitt legt man etwa 24 Kilometer in der Stunde zurück!


Für mich gilt:
Immer Helm, Leuchtweste und Handschuhe. Im Gelände Rücken-Protektor!
Radfahren ist aus sportmedizinischer Sicht für das Herz-Kreislaufsystem, Knie und Hüfte ein optimales Training und eine perfekte Bewegungsform!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

12
Jun

Kinder- und Jugendsprechstunden: Optimale Vermessung durch 3D-Scans

Das frühzeitige Erkennen von Dysbalancen und Haltungsschwächen ist gerade bei Kindern und Jugendlichen enorm wichtig.
 
Langjährige Berufserfahrung und zahlreiche Behandlungsstunden mit Kindern und Jugendlichen haben dazu geführt, dass ich mich dazu entschieden habe, meine Praxis auch in der bildgebenden Diagnostik noch besser aufzustellen und sie unter anderem mit einem 3D-Wirbelsäulen-Scanner ausgestattet habe.
 
Hier wird nur über Licht und völlig frei von sonstiger elektromagnetischer Strahlung eine hochpräzise Vermessung und Dokumentation von muskulärer Oberflächen-Verteilung und Körperhaltung durchgefüht.
 
Damit lassen sich innerhalb kürzester Zeit unter der Haut liegende Veränderungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule analysieren und vermessen.
Behandlungsverläufe und auch die Auswirkungen der  physiotherareutischen Mitbehandlung lassen sich so bestens kontrollieren.
27
Mai

Regeneratives Potential des eigenen Blutes nutzen: Die Blutplasma-Therapie

In meiner Praxis biete ich seit einiger Zeit auch die moderne Blutplasma- oder PRP-Therapie an.

Bei diesem innovativen Verfahren werden Wachstumsfaktoren über eine kurze Blutentnahme in unserer Praxis mit einem speziellen Verfahren sofort isoliert und in konzentrierter Form genau dort injeziert, wo Heilungsvorgänge am Bewegungsapparat gefördert werden sollen. Dieses Verfahren kommt beim Einsatz zur Therapie von:
Sportverletzungen, Sehnen- und Bänderreizungen, Muskelzerrungen und Arthrose.

Diese Therapie basiert auf dem Wissen um die körpereigenen Selbstheilungskräfte. In Ihrem Blutplasma befinden sich diverse wachstumsfördernde und entzündungshemmende Substanzen. Genau diese Substanzen können u.a. bei Arthrose, Bänderverletzungen, Kapselrissen, Sehnenentzündungen und Zerrungen sehr nützlich sein.

Die Abkürzung PRP steht für plättchenreiches Plasma. Bei der Behandlung werden die Blutplättchen, welche auch Thrombozyten genannt werden, angereichert und dem Körper genau an den entzündeten bzw. belasteten Gelenken wieder zugeführt.

Dazu werden dem Patienten wenige Milliliter Blut abgenommen, welches dann in der Praxis aufbereitet wird, sodass das weiße Blutplasma mit seinen heilungsverstärkenden und regenerativen Eigenschaften übrig bleibt. Dieses Konzentrat wird nun in das betroffene Gelenk gespritzt. Da die Gelenke nicht durchblutet sind, können diese Wundheilungsfaktoren normalerweise nicht aus der Blutbahn in die Gelenkflüssigkeit gelangen, um dort zu wirken.

Die gesamte Behandlung dauert nur 15-20 Minuten und ist abgesehen von dem sehr geringen aber bei der Nutzung von Spritzen immer vorhandenen Risiko einer Infektion völlig nebenwirkungsfrei.

30
Nov

„Cross-Shaping - Eine Alternative zum Nordic Walking“

CROSS-SHAPING (Nordic Cross Training) ist ein völlig neuer Outdoorsport, den ich gerade im Hinblick auf präventives Rückentraining selbst entwickelt habe.

Am 15.11.2018 erschien im Wirtschaftmagazin der deutschen Orthopäden ein Artikel, welcher die physiologischen und sportmedizinischen Aspekte dieser völlig neuen Trainingsform beschreibt. Somit wird das Walking zum effektiven Ganzkörpertraining transformiert.

Gleichzeitig wurde dieser Artikel vom WPV- Verlag unter www.der-niedergelassene-arzt.de online gestellt. In meiner Praxis ist das Walking-Management ein wesentlicher Bestandteil neben der Physiotherapie!

Link zum Artikel

17
Feb

Verhaltens- und Verhältnisprävention

Genese; Entstehung

Unsere Gesundheit wird durch äußere und innere Faktoren ständig beeinflusst. Ernährung und körperliche Beanspruchung sind elementar und meistens selbst regulierbar! Gesundheit ist ein Gut, für das man ständig etwas tun kann. Zumindest lässt sich das Risiko für viele Erkrankungen und Unfälle reduzieren.

Wesentlich sind unsere täglichen Gewohnheiten.

Verhaltens- und Verhältnisprävention haben zwei unterschiedliche Ansätze! Bei der Verhältnisprävention handelt es sich um eine strukturelle Prävention, die durch Veränderung in den Bereichen Arbeit, Familie, Freizeit und Umwelt erreicht werden soll. Hier möchte man vorwiegend Risiken und Belastungen durch struktuelle Optimierung mindern! Arbeitsplatzgestaltung, rückengerechtes Mobiliar aber auch jegliche Optimierung für eine präventive Umgebung gehören dazu.

Die Verhaltensprävention soll Wege eröffnen, die das individuelle Gesundheitsverhalten positiv verändert oder die Motivation dazu fördert! Durch umfangreiche Information soll das Gesundheitsbewußtsein gestärkt und der Blick für Gesundheitsrisiken geschärft werden. Durch meine jahrelange Erfahrung in den Bereichen Sportmedizin, Ernähnung und Rehasport versuche ich jedem Patienten individuelle Konzepte mit auf den Weg zu geben. Nur so ist der Behandlungserfolg nachhaltig zu sichern.

Gerade in unserer Kindersprechstunde (Orthopädie heißt: Erziehung zum aufrechten Gang) sind Ernährung, Bewegung, Verhaltensprävention wesentliche Module für eine gute Entwicklung des Bewegungsapparates!

Die Zeit des Heranwachsens ist elementar für das weitere Leben.

04
Feb

Gehen Sie sich gesund!

Regelmäßiges Gehen ist sehr gesundheitsfördernd und kann von vielen Menschen relativ problemlos in den Alltag eingebaut werden. Versuchen Sie doch einfach einmal, den Weg zur Arbeit zu Fuß zurück zu legen. Der ist viel zu weit? Dann stellen Sie Ihr Auto doch etwas weiter weg ab und sparen dabei Parkgebühren. Und wenn Sie den öffentlichen Nahverkehr nutzen, probieren Sie einfach mal aus, eine oder zwei Haltestellen später einzusteigen! Um Ihrer Motivation etwas auf die Sprünge zu helfen hier die besten Gründe im Alltag regelmäßig zu gehen:

  1. Beim strammen, aufrechten Walking wird die dazu notwendige Energie durch die vier im menschlichen Körper existierenden Muskelketten "gepumpt"! Deswegen wirkt es so vitalisierend. Ein Schlendern, zum Beispiel vor Schaufenstern hingegen, ist physiologisch ermüdend. Wir kennen es alle, wenn wir völlig erschöpft aus der Stadt kommen! Hierbei verpufft die Energie regelrecht ! Das ist belegbar!
  2. Auf die Haltung beim Gehen kommt es an! Brust raus, Blick vorwiegend in die Ferne ! Das streckt und stabilisiert  die Wirbelsäule. Die Bandscheibenbelastung wird verbessert.
  3. Die Sauerstoffaufnahme beim Gehen ist wesentlich optimaler als im Sitzen (Auto, Bahn, Bus ,Zweirad).
  4. Diagonale Bewegungsmuster sind vegetativ harmonisierend und beruhigen. Das Stresshormon Cortisol wird reduziert.
  5. Die Optimierung des Gehens wirkt wie eine Physiotherapie. Körperspannung und Körperbewusstsein steigen.
  6. Mehr Licht! (Die letzten Worte von Goethe.) Der Gehende nimmt viel mehr Tageslicht wahr, das hebt die Stimmung! Die Ausschüttung von Serotonin (Glückshormon) wird erhöht.
  7. Visuelle Reize - die Umwelt wird viel bewusster wahrgenommen.
  8. Die Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Fußgängern ist höher als mit einem Fortbewegungsmittel.
  9. Die Kosten für die Fortbewegung sinken.
  10. Zeitmanagement : der Weg zur Arbeit wird zur Trainingseinheit und das zu besseren Tageszeiten ! Wer hat schon Lust sich abends noch erneut aufzuraffen und ins Schwimmbad oder Gym zu eilen ?!
  11. Gehen optimiert Fettverbrennung, Gewicht, Grundumsatz, Hormonhaushalt und Sauerstoffumsatz
  12. Das Ziel der von der WHO empfohlenen zehntausend Schritte (etwa 7,8 Kilometer), ist somit fast täglich erreicht (bei 2 x 30 Minuten Fußweg)! Der Mitteleuropäer geht im Schnitt nur noch  900 Meter-täglich !
  13. 70 Prozent des Zuckerstoffwechsels werden maßgeblich durch die Beinmuskulatur beeinflusst! Somit wirkt das regelmäßige Gehen absolut präventiv für diabetogene Erkrankungen und ihre Folgen wie Bluthochdruck, Adipositas, Schlaganfall und Herzinfarkt!
  14. Die Füße werden gleichzeitig beim Gehen massiert und optimal durchblutet! Gesunde Füße haben eine enorme Bedeutung für den gesamten Bewegungsapparat und sogar für unsere kognitive Leistung!
  15. Nach enigen Minuten wird Ihre Atmung beim gleichmäßigen Gehen immer tiefer.Optimal ist es, wenn Sie in ruhiger Umgebung 3 bis 4 Sekunden einatmen und mit Lippenbremse (Kussmund) 6 bis 7 Sekunden ausatmen.Das setzt weitere Endorphine frei.

MET (metabolic equivalent task) ist die Einheit für den Stoffwechsel bei körperlicher Aktivität. 18-26 MET sollte man wöchentlich erreichen. Eine MET entspricht dem Energieverbrauch von 1kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde der Aktivität. Besonders viele MET pro Stunde verbrauchen Sie beim Schwimmen (8 MET), Walking (4 MET) und Spazierengehen (3MET) sowie Joggen (7MET). Aber auch häusliche Tätigkeiten wie Staubsaugen (5MET), Gartenarbeit (5MET) und Rasenmähen (5 MET) füllen schnell ihr MET-Konto.

Egal was Sie tun - tun Sie alles ruhig und bewußt (in der Ruhe liegt Kraft)! So wird jede Treppe z. Bsp. zum Trainingsmodul. Das tägliche Gehen optimieren Sie mit gut sitzenden Walking- oder Jogging-Schuhen.
Versuchen sie es mal 4 Wochen durchzuhalten-danach sollte sich bereits sehr viel positiv bei Ihnen verändert haben.

Viel Spaß beim Erreichen Ihrer persönlichen Ziele!

09
Jan

Von den Pinguinen lernen

Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist, bei Glatteis den sogenannten Pinguingang anzuwenden. Am 5. Januar wurde ich zu diesem Thema vom WDR in meiner Praxis dazu interviewt. In der Aktuellen Stunde wurde es wenige Stunden später gesendet (Video). Diese simple Technik möchte ich Ihnen, meinen Patienten gerne ebenfalls erklären. Der Gang der Pinguine ist langsam, breitbeinig und etwas nach vorne gebeugt. Das legt den Schwerpunkt über das Knie und stabilisiert. Ich hoffe Ihnen mit diesem einfachen Tipp in rutschigen Situationen helfen zu können. Sollten Sie es ganz genau wissen wollen, empfehle ich Ihnen den ausführlichen Artikel der DGOU.

02
Okt

Gesundheit ist individuell

Gesundheit ist immer individuell zu betrachten. Jeder Mensch hat verschiedenste Voraussetzungen. Mein Ziel ist es, den mir gegebenen Rahmen durch Ernährung, Sport und Lebensführung täglich zu optimieren.

Das steigert das Körperbewusstsein und hilft Symptome besser einzuschätzen. Diese wertvollen Erkenntnisse versuche ich an meine Patienten weiterzugeben.

02
Okt

Sport wirkt nicht selten wie Medizin!

Detlev Ganten, Pharmakologe, Charité Berlin: „Die Naturvölker mussten ihre Nahrung erjagen, erlaufen, erarbeiten. Die waren beständig in Bewegung, von morgens bis abends. Und wir haben uns seit der Steinzeit in unserer Biologie nicht verändert. Die Art, wie wir leben heute in unserer Zivilisation, bewirkt, dass wir die sogenannten Zivilisationskrankheiten haben. Wir bewegen uns nicht mehr, wir verbrauchen keine Energie mehr, jedenfalls viel zu wenig. Wir sind übergewichtig, bekommen Diabetes, bekommen hohen Blutdruck, Hirnschlag, Nierenversagen, Herzversagen, Herzinfarkt, das sind die Zivilisationskrankheiten, und die können wir vermeiden.“

Wir leben also im Ungleichgewicht mit unseren evolutionären Bedürfnissen. Nun weiß auch Detlev Ganten, dass wir nicht wieder zurück in die Steinzeit können. Ihm geht es um einen gesunden Lebensstil in unserer Wohlstandsgesellschaft. Massenstudien haben bewiesen: Normalgewichtige Nichtraucher können ihr Risiko an Zivilisationskrankheiten zu leiden, um enorme 78 Prozent senken.
Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Skelettmuskeln bei körperlicher Aktivität eine Vielzahl von Botenstoffen aussenden, die einen ungeahnten Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Jetzt ist man diesem Mechanismus auf der Spur. Das Zentrum der Erforschung dieser geheimnisvollen Botenstoffe liegt in Dänemark. In Kopenhagen wird möglicherweise gerade Medizingeschichte geschrieben. Denn hier hat die Internistin Bente Klarlund Pedersen, Reichshospital Kopenhagen einen Teil der Sprache der rätselhaften Botenstoffe der Muskeln entschlüsselt.
Bente Pedersen ist überzeugt: Der Skelettmuskel ist nicht nur für unsere Bewegung zuständig. Für sie ist er das wichtigste Stoffwechselorgan des Menschen. Die Botenstoffe, die der Skelettmuskel aussendet, regulieren auch die Fettverbrennung im Körper. Bente Pedersen hat ihnen den Namen Myokine gegeben.
Die ehemalige Notfallmedizinerin leitet heute das größte Zentrum Dänemarks für Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Am Anfang jeder Untersuchung steht eine Maschine, der nicht das kleinste Fettpölsterchen entgeht. Der unbestechliche Scanner liefert genaue Angaben über die Verteilung von Knochen, Muskeln und Fettmasse.
Bente Pedersen:
„Wenn man seine Muskeln nicht trainiert, dann produziert man auch nicht genügend Myokine. Beim Muskeltraining, kommen Myokine aus dem Muskel und beeinflussen alle anderen Organe. Sie gehen zum Fett und verbrennen genau das Fett, das an den falschen Stellen sitzt. Sie beeinflussen die Gefäße und auch die Leber und halten sie gesund. Myokine beeinflussen sogar das Gehirn und schützen vor Demenz.“

21
Feb

Vitamin D - das unterschätzte Sonnenhormon

Ein großer Teil der Bevölkerung leidet unbemerkt an einem Vitamin D-Mangel. Gerade wenn die Nächte länger werden, kann die Haut den Bedarf an Vitamin D oft nicht mehr über Aufenthalt im Freien decken. Dabei ist das "Sonnenhormon" ein echter Katalysator nicht nur für die Knochen. Bis zu zwanzig Prozent des täglichen Bedarfs können über die Nahrung gedeckt werden. Dabei sind insbesondere fettreicher Fisch und Milchprodukte sowie Pilze gut für die Vitamin D-Versorgung. Ich nehme selbst täglich sogar 3000 internationale Einheiten. Lassen Sie Ihren Vitamin D-Spiegel bestimmen bevor sie mit einer Substitution beginnen. Die Schulmedizin beschreibt immer noch einen Vitamin D - Spiegel von 30ng/ml für ausreichend. In der neueren Literatur und Studien USA werden Werte um 50ng/ml als günstiger postuliert.

Ein Vitamin D Mangel findet sich oft auch bei chronisch kranken oder schlecht entwickelten Kindern.

ACHTUNG !Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, wird nicht ausgeschieden und kann bei Überdosierung zu gesundheitlichen Problemen führen!

Ich selbst versuche Fleisch vom Säugetier, Zucker, Brot, Fertiggerichte und Alkohol zu meiden. Meinen Eiweißbedarf decke ich mit Fisch und Geflügel aus Biohaltung. Den Anteil von Gemüse habe ich auf meinem Speiseplan deutlich erhöht. Auch achte ich sehr auf die tägliche Flüssigkeitszufuhr , die nicht unter 2 Litern ( vorwiegend kohlensäurefreies Mineralwasser) liegt. Als junger Mensch kann man viele Ernährungsfehler evtl. kompensieren - im Alter allerdings  werden sich schlechte Angewohnheiten leider rächen.

Der durchschnittliche Zuckerverbrauch liegt in Deutschland bei 36 KG Zucker pro Kopf im Jahr! Diese Zahl halte ich für sehr bedenklich. Dieser hohe Zuckerkonsum ist maßgeblich an vielen Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und Schlaganfall beteiligt! Reduzieren Sie Ihren täglichen Zuckerkonsum!

Jede Nahrungaufnahme verändert täglich unsere Befindlichkeit und unsere Gesundheit!

13
Feb

Schwindel: oft steckt Bluthochdruck dahinter!

Gerade in der dunklen Jahreszeit steigt der Blutdruck häufig unbemerkt an. Sollten Sie öfter Schwindel, Schlafprobleme oder einen auffallend rötlichen Teint haben, so sollten Sie Ihren Blutdruck überprüfen. Sollten Ihr Blutdruck systolisch über 140 und diastolisch über 90 liegen, sollte das von Ihrem Hausarzt abgeklärt werden.