20
Okt

"GERÜSTBAU"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Orthopädie heißt: Erziehung zum aufrechten Gang. Dieser kurze Satz hat es buchstäblich in sich! Uns Menschen geht der aufrechte Gang in vielerlei Hinsicht zunehmend verloren, obwohl wir immer größer werden.

Im frühen Mittelalter waren die Menschen mit durchschnittlich 173 cm relativ groß, sogar einige Zentimeter größer als ihre Nachfahren im 17. Jahrhundert! Das hat der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Richard Streckel herausgefunden.Die Körpergröße der Bevölkerung ist auch ein Indiz für die Ernährung und Versorgungslage!

In Deutschland erreicht die durchschnittliche Körpergröße des Mannes inzwischen 180 cm, die der Frau 166 cm.Die menschlichen Knochen haben somit deutlich an Längenwachstum zugenommen, was biomechanisch aber auch nicht unproblematisch ist. Wir sitzen einfach zu viel und ein besonders großer Mensch ist durch schlechtes Sitzen und zu wenig Bewegung einer noch größeren Gefahr von Rückenschmerzen und Dysbalancen ausgesetzt.

Ein Gerüst ist nur optimal belastbar, wenn alle Komponenten perfekt statisch aufeinander abgestimmt sind.

ZUG und DRUCK

Das gesunde menschliche Knochengerüst (Skelett) verlangt nach ständigem Zug und Druck in einem gesundheitsverträglichen Modus. Fehlt dieser Stimulus, so kommt es zum schleichenden aber kontinuierlichen Knochenschwund (Osteoporose).Die Stabilität des gesamten Bewegungsapparates geht verloren.

5,3 Millionen Frauen und 1,2 Millionen Männer über 50 Jahre leiden unter Knochenschwund.

Gründe hierfür sind :

Primär:

  • nach den Wechseljahren (Östrogenmangel,  Wechselwirkung auf Calcitonin und Vitamin D)

Sekundär:

  • durch Krankheiten, Medikamente, Schilddrüsenüberfunktion und Bewegungsmangel

Senile Osteoporose:

  • Im späteren Alter allgemeiner Verlust von Knochenmasse. Besonders ab dem 70. Lebensjahr schlagen jahrelanger Alkohol- und Nikotinkonsum sehr zu Buche.

Was kann passieren?

Eine unentdeckte Osteoporose ist ein unwiederbringlicher Verlust von Knochensubstanz und lässt langfristig vorwiegend die Wirbelkörper sintern (zusammenpressen, sogar einbrechen).Auch der Oberschenkelhals-Bruch ist beim älteren Menschen häufig Ursache einer Osteoporose !Nicht selten bricht der Oberschenkelhals bereits unmittelbar im Sturz. Deswegen ist die Sturzprophylaxe bei älteren Menschen so wichtig.Bei einer manifesten Osteoporose ist die Gang- und Standunsicherheit deutlich erhöht.

Die Kyphose (Witwenbuckel), untypische Rückenschmerzen und Knochenbrüche bei leichten Stürzen sind immer hochgradig Osteoporose-verdächtig!

Lassen Sie ihre Knochendichte bestimmen (DXA - Messung ist momentan  der Goldstandard )

Was kann man präventiv tun ?

Sonnenlicht (am ganzen Körper zur Vitamin D 3 Bildung), tägliche Bewegung, leichtes Krafttraining, eiweißreiche Ernährung und das Meiden von Zucker, Alkohol und Nikotin. Die Ernährung sollte basenlastig sein.Sauer ist in dem Fall nicht lustig.Eine Übersäuerung fördert die Osteoporose.Der tägliche Calciumbedarf liegt bei ca. 1000mg. 300mg scheiden wir aber täglich über Schweiß, Urin und Stuhl aus.Viele grüne Gemüse und älterer Käse haben viel Calcium.

Auch ein übermäßiger Konsum von Kaffee,Salz,schwarzem Tee und Colagetränken  ist ein „Knochenräuber“. In unseren Breitengraden empfehle ich allen Patienten in den Wintermonaten die Substitution von Vitamin D3 und K2 (mit Laborkontrolle). Einen Vitamin D Mangel stelle ich bei vielen Patienten fest.

Kontrollieren sie Ihre Medikamente auf eventuelle knochenraubende Nebenwirkungen und besprechen Sie das mit Ihrem Hausarzt um evtl. dagegen etwas zu unternehmen!

Ich persönlich nehme täglich seit Jahren  3000 IE Vitamin D3, 500 mg Calcium. Alles mit Laborkontrolle, siehe Beitrag vom 15.9.2019.

Zusätzlich die tägliche Dosis Ausdauertraining von ca. 40 Minuten Radfahren (s. Beitrag vom 24.6.2019) oder z.Bsp. Cross - Shaping, Nordic- Walking, Joggen und Wandern. (s. Beitrag vom 30.8.2019).

 

Fazit:

Auch Ihr Knochengerüst muss regelmäßig trainiert und optimal versorgt werden. Nur so bleibt das Verhältnis zwischen knochenaufbauenen Zellen (Osteoblasten) und knochenabbauenden Zellen (Osteklasten) stabil.

Starke Knochen werden Sie lange fit und aufrecht halten !

07
Okt

SCHLAGLÖCHER

Kunstbild mit Gehirn aus Worten
Hat das was in der Orthopädie zu suchen? Ich finde schon!
 
Zum einen verändern Schlaglöcher das mechanische Abrollverhalten darüber fahrender Fahrzeuge und das Gangbild von Fußgängern.
 
Zum anderen haben sie eine große Ähnlichkeit mit der mikroskopischen Oberfläche eines durch Abnutzung veränderten Gelenkknorpels.
 
DER ARTHROSE!
 
Auch wenn 8 Millionen deutsche Bürger unter dieser Diagnose leiden, muss ich mich oft wundern, was man den Patienten über diese Erkrankung erzählt und welch abstruse Therapien existieren.
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die nicht altersentsprechend ist und die unterschiedlichste
Ursachen haben kann:
 
  1. Genetik
  2. Posttraumatisch (nach einer Verletzung)
  3. Rheuma (entzündlich degenerativ)
  4. chronische Fehlbelastung 
  5. Medikamente oder Strahlentherapie
  6. Ernährung
  7. Übergewicht
  8. Bewegungsmangel
  9. Durchblutungsstörung
  10. Blutzucker
 
Hauptsächlich betroffen sind:
 
  • Hüftgelenke
  • Kniegelenke
  • Sprunggelenke
  • Handgelenke

Ein Gelenk besteht meistens aus 2 von Knorpeln überzogenen Knochen, verbunden über eine bindegewebige Kapsel, an der wiederum Sehnen, Muskeln und Bänder ansetzen und eine Funktionseinheit bilden. Man unterscheidet zwischen Kopf-Kugel-und Schaniergelenk.

Was kann man im Vorfeld tun?
 
In erster Linie Prävention!
Viel Bewegung ohne übermäßige Belastung ist die  beste Vorsorge. Für das Hüft- und Kniegelenk ist das Radfahren biomechanisch eine ideale Bewegungsform
Ist die Koordination nicht beeinträchtigt, sollte das neben Gymnastik und Walking zum täglichen Bewegungsprogramm
gehören! Hometrainer stehen oft ungenutzt herum.
Schade! Behalten Sie Ihr Gewicht sehr im Auge.
Übergewicht und der daraus resultierende Bewegungsmangel begünstigen eine Arthrose sehr.
Ernährung hat großen Einfluß! Ich persönlich versuche Fleisch, Zucker und Alkohol zu meiden.
Hin und wieder nehme ich Gelatine ein. Jedoch ist eine positive Wirkung auf die Knorpelbildung wissenschaftlich nicht
belegt.
 
Was ist bei der Diagnose Arthrose zu tun?
 
Vorsicht bei Heilsversprechen von selbsternannten Schmerzspezialisten mit fragwürdigen Therapien  ohne entsprechenden Studienachweis!
Ist das Gelenk (wodurch auch immer) geschädigt, kommt es zur Fehlbelastung.
Wird diese Fehlbelastung nicht korrigiert (z. Bsp. durch Physiotherapie, Orthostatische Korrektur der Gelenke und Muskeln über Schuhzurichtung, Gewichtsmanagement, Haltungsoptimierung, Umstellungsosteotomie) nimmt der Knorpel an den Gelenkflächen einen kontinuierlichen Schaden (fortgeschrittene Arthrose) bis hin zum Funktionsverlust des Gelenkes.
Das ist in der Regel mit erheblichen Schmerzen verbunden. Für ein trockenes, reibendes Gelenk mit
Bewegungsschmerz kann die Hyaluron-Spritzen-Kur (3-5x) in der Regel mit schneller Linderung verbunden sein.
Auch kann die Eigenblutplasma- Therapie helfen (siehe meinen Beitrag vom 27.5.2019).
 
In manchen Fällen lindert eine Röntgenreizbestrahlung die Beschwerden. Das Fortschreiten der Gelenkzerstörung wird dadurch allein allerdings nicht aufgehalten. Eine akute Gelenkentzündung zeigt sich durch Schwellung und Erguß.
Dieser Zustand ist mit kurzer Ruhigstellung und entzündungshemmenden Salben und Medikamenten zu behandeln. Ist das Gelenk völlig zerstört und hochgradig in seiner Funktion eingeschränkt hilft meistens nur noch die
Implantation eines Kunstgelenkes!
Krankenhäuser sollten hierfür besondere Qualitätsstandards und OP-Zahlen vorweisen können.
Eine gute Übersicht finden Sie unter folgendem Link:
Zum Thema Kunstgelenke gibt es im Netz viel Information und sogar eine sehr aufschlussreiche Facebook-Gruppe namens TEPFIT.

Mit zunehmendem Alter steigt leider das Risiko deutlich, an einer Arthrose zu erkranken.
 
Bleiben Sie gesunder Bewegung!
24
Sep

SPURWECHSEL

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Die Erdanziehungskraft ermöglicht über unseren Schwerpunkt, dass wir überhaupt aufrecht gehen können.

Der einzige Kontakt zur Erde sind unsere Füße.

Die Fläche der Füße ist gemessen an der Körpermasse wiederum sehr klein. Somit kommt dieser Verbindung in der Orthopädie eine enorme Bedeutung zu.


Der menschliche Bewegungsapparat ist  ein hochkomplexes System aus ca. 206 Knochen, 140 echten Gelenken, zig Kapsel-Band- Strukturen und über 650 Muskeln.

In fast jedem meiner Beiträge können Sie lesen, dass alles mit allem zusammenhängt.

Dass der Fuß in der Orthopädie wahrscheinlich die zentralste Rolle spielt, möchte ich Ihnen kurz so erklären:

Wenn bei einem Auto die Spur nicht stimmt, werden sich nach kurzer Zeit die Reifen unterschiedlich abnutzen, in gravierenden Fällen etwas später auch die Achsschenkelgelenke. Danach nimmt das ganze Fahrgestell deutlichen Schaden.
So einfach!

Der Fuß regiert den Nacken - der Nacken regiert den Arm. Damit ist eigentlich schon alles gesagt!
Genau so einfach!

Ich mache täglich immer wieder die Erfahrung, dass viele Rückenbeschwerden allein schon in der Fußanatomie oder nur  durch das Tragen falscher Schuhe begründet sind. Schnell werden unnötige MRTs verordnet.

Und immer wieder bedarf es Überzeugungskunst, dem Patienten einfach nur zu erklären, dass eine orthostatische Korrektur über eine Einlage beidseits (ich spreche nicht von einer Schuherhöhung!) wahrscheinlich mittelfristig der sinnvollste Weg der Behandlung ist.

Die Behandlung mit Einlagen wird oftmals zu Unrecht in Frage gestellt!

Wird jedoch eine Sandale von der Stange mit Sanitätshaus-Flair oder regendichte Schaumstoff-"Pantoffeln" für drinnen und draußen plötzlich durch You Tuber oder Models zum Modehype, wird nichts mehr hinterfagt und die mangels Halt und Fußbett mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Fehlstellungen führende Fußbekleidung zur Schau getragen...

Wie auch immer - wir sind schon lange keine leichtfüßigen Urmenschen mehr, die barfüßig den ganzen Tag durch den Sand laufen und deren Sehnen, Muskeln und Fußgelenke durch das ständige Training ausreichend trainiert sind.

Daher ist es wichtig, durch eine Vermessung genau zu bestimmen, wo unsere Füße wieviel Unterstützung oder Polsterung brauchen, damit wir automatisch gerader und gesünder gehen.

Der Fuß hat ein Längs- und Quergewölbe, das ähnlich dem Rückgrat für Stabilität sorgt. Stimmt hier etwas nicht, so hat die Korrektur über eine Pelotte bzw. Einlage enorme Auswirkung auf den gesamten Bewegungsappart!

Manche Befunde erfordern eine aufwendigere Versorgung mit sensomotorischen Einlagen.

Walkingmanagent und gesunde Fußbettung - eine Wohltat nicht nur für den Rücken!

Wenn Sie Rücken- oder Nackenschmerzen haben, denken Sie einfach mal an die Füße und ändern Sie hier vielleicht etwas!

Viel Freude mit Ihren gesünderen Füßen!

15
Sep

LEERSTAND

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Nicht selten bringen mir die Patienten schon gleich zur Einganguntersuchung ein unauffälliges Blutbild vom überweisenden Arzt mit.

Klinisches Bild und Wohlbefinden des Patienten sind jedoch oftmals weit vom "Normbereich" entfernt!

Der Blick in die Augen, die Körperhaltung und eine einfache Untersuchung weisen den Weg in die "2. Ebene" hinter dem klassischen Blutbild.
 

Es reichen schon kleine Abweichungen, die zwischen Wohl und Unwohlsein entscheiden!
 
Die Augen hierfür gingen mir vor 8 Jahren so richtig auf. Damals führte mich glücklicherweise ein Urlaub ins Mühlwaldtal in Südtyrol. Zufällig in ein Hotel, deren Betreiber an einigen Dr.Ulrich Strunz-Seminaren teilgenommen hatten. Inzwischen bezeichnen Sie sich auch schon mal als Strunzianer und geben ihre Erfahrungen an die Gäste auf Wunsch weiter.
Herrmann, Ursula und die 4 Kinder sind alle topfit und kerngesund. Hermann ist zudem  ein Ultra-Marathonläufer und Geschäftsmann mit engem Stundenplan, Ursula sehr sportlich, extrem eingespannt und fleissig aber nie gestresst.

Die Familie P. lebt seit Jahren mit der deutlichen Reduktion von leeren Kohlehydraten anlehnend an die Paleo Ernährung und pflegt die Achtsamkeit auf den eigenen Körper in vielerlei Hinsicht. Ich war skeptisch und habe mich dann doch auf die Ernährungsumstellung für meine Zeit dort eingelassen. Bereits nach einer Woche verschwand meine Trägheit. Das Gewicht ging runter.
Zu Hause habe ich gleich eine spezielle Blutuntersuchung durchführen lassen, deren Fokus auf der Anlayse von Hormonen, Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen lag. Damals wägte ich mich im trügerischen Glauben, schon alles von diesen Dingen im Überfluss mit meiner täglichen Ernährung zu mir zu nehmen.
 
Weit gefehlt! Die Analyse zeigte massive Defizite in meinem Blut!

Seitdem messe ich - und was fehlt wird zugeführt! So einfach!
Dafür gibt es auch einen Namen: Orthomolekulare Medizin. Immer wieder werden die Nahrungsergänzungsmittel in den Medien in Frage gestellt. Meine tägliche Erfahrung in der Praxis  ist eine andere!
Wir Ärzte verordnen viel Medizin-fraglich ob wirklich immer notwendig, gerade im Hinblick auf die Wechsel- und Nebenwirkungen.
 
Damit wir uns hier ganz klar verstehen - ernsthafte Erkrankungen müssen mit Medikamenten behandelt werden.
 
Gesundheit bedeutet seelisches und körperliches Wohlbefinden bei Fehlen einer Diagnose. Eine Diagnose entsteht aber schon wenn ein Vitamin oder Spurenelemnt fehlt. Fehlt Vitamin A werden Sie blind, fehlt Jod gänzlich, sterben Sie! Auch einfach!! Also, jede Nahrungsaufnahme wirkt wie Medizin. Steckt nichts in der Nahrung kommen wir ins Defizit.
 
Übergewichtige Menschen haben oft nicht zuviel - nein viel zu wenig! Und zwar an  Vitalstoffen - und dann "zieht der Kamin" nicht mehr richtig....

Einfach mal beim Essen daran denken, was wohl drin oder nicht drin  steckt!

Essen sie sich gesund zumindest bitte nicht krank.....
 
Und ein Umdenken scheint es auch in der medizinischen Fachpresse zu geben.
 
30
Aug

Walking-Management für einen gesunden Rücken

Kunstbild mit Gehirn aus Worten

Die menschliche Anatomie hat sich in den letzten 5 Tausend Jahren nur unwesentlich verändert.

Die Lebensumstände haben sich jedoch so rasant entwickelt, dass wir unserer eigentlichen Berufung, 8 bis 10 Kilometer zu laufen, um z. Bsp. Jagen und Sammeln zu können, überhaupt nicht mehr gerecht werden.

Rückenschmerzen und degenerative Gelenkerkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft aus mehreren Gründen zu.

Das Lebensalter steigt Dank der Fortschritte in der medizinischen Versorgung kontinuierlich an.

Somit erleben wir viele Erkrankungen, die früher durch die reduzierte Lebenserwartung erst gar nicht erlebt wurden.

Wir sitzen viel zu viel! Nicht umsonst wird das Sitzen auch als das Rauchen des Rückens bezeichnet.

Die berühmten 10 Tausend Schritte können nur ihre Wirkung entfalten, wenn sie aufrecht und ambitioniert erfolgen.


Warum kommt man nach dem Einkaufen in der Stadt erschöpft zurück!?

Weil wir dort meistens schlendern und damit die Energie nicht effektiv durch die 4 großen Muskelketten transportiert werden kann. Die Energie verpufft einfach.

Eine gestreckte Wirbelsäule entlastet die Bandscheiben. Ein Gehen ohne aufrechte Körperspannung verkürzt die Wirbelsäule. Es erhöht den Druck besonders auf der Bandscheiben-Vorderseite erheblich, so dass sich
allein schon haltungsbedingt Bandscheibenmaterial nach hinten pressen kann.
Der Bandscheibenvorfall ist vorprogrammiert.

Aus diesem Grund propagiere ich auch schon bei meinen jüngsten Patienten den aufrechten Gang mit Schwingen der Arme, um den optimalen Energiefluss zu erreichen.

Nordic Walking ist schon gut und hat viele hunderttausend Menschen animiert, das Gehen mit einem 2-Punkt-Gang zu optimieren.
Das Ganze geht auch physiologisch noch anspruchsvoller unter Einbeziehung der Armmuskulatur im 3 Punkt-Gang.

Cross-Shaping-Dreipunktgang


Nordic-Cross-Training (Cross-Shaping) wurde von mir gerade im Hinblick auf die Rückenprävention entwickelt.
Hier wird das Gehen mit deutlicher Aufrichtung und
Mobilisation der Wirbelsäule zum effektiven
Ganzkörpertraining transformiert.

Viel Freude am gesunden Walking!
 
Linkempfehlung: Cross-Shaping-Artikel bei www.der-niedergelassene-arzt.de.
18
Aug

"WECHSEL-STROM"

Kunstbild mit Gehirn aus Worten
Egal ob jung oder alt - ob dick oder dünn.
 
Der Einstieg in den aktiveren Bewegungs- oder Sportmodus ist jederzeit möglich.
Anfänglich ist die Motivation meistens hoch.

Ob beim Laufen, Radeln oder Fitnessstudio - schnell sind wir in der Gewöhnungsphase und alles geschieht nach einem immer wiederkehrenden Schema !
In den ersten 3 Monaten verbessert man im Schnitt  z.B. beim Lauftraining seine Kondition um 35%. Danach passiert bei gleichbleibendem Training praktisch nicht mehr viel. Jedenfalls ist eine Steigerung fast unmöglich bei gleichem Trainingspensum.

Hier liegt die Gefahr der Desillusion und Frustration - hier ist das Potential für Adaptierung bis hin zur Aufgabe unserer noch so schönen Pläne.

Schnell ist die Luft raus. Uns fehlt die Abwechslung. Dann ist es Zeit, die Runde mal andersrum zu laufen oder zu walken, den Zirkel mal an anderen Geräten durchzuführen. Der menschliche Körper braucht Trainingsreize.
 
Egal, was Sie tun - tun Sie es bewußt!
Gehen Sie auch mal "ANDERE WEGE"- das heißt:
Ergänzen sie Ihr übliches Programm mit neuen Bewegungsmodulen. Diese Abwechslung führt zu anderen neuronalen Verschaltungen (Mustern) in Ihrem Gehirn ! So erzeugen Sie ein Gegenmittel für die schnell aufkommende Langeweile!

Der Weg (ist das Ziel) zu Fuß in in die Stadt wird schnell zur Trainingseinheit, wenn Schrittfrequenz und Körperspannung bewusst wahrgenommen und kontrolliert werden (Walking-Managent).
Jede Treppe könnte plötzlich vom undankbaren Hindernis zum willkommenen Trainings-Etappeabschnitt mutieren.
Jeder Bierkasten bedeutet nicht nur das lästige Schleppen der darin verpackten Kalorien. Nein, der aktive, bewußte Transport des Kastens in die Wohnung könnte auch muskulärer Stimulus mit der darin schlummernden Belohnung bedeuten.


Yoga, Qigong, Gymnastik  oder auch nur ein Spaziergang runden alles nochmal ab.
Zwei Kräfte schlummern in uns: Sympathikus und Parasympatikus. Diese wollen aktiviert werden.

Wie brauchen unsere tägliche Dosis an Bewegung und Erholung - der eine mehr, der andere weniger.

Egal was Sie tun, tun sie es bewusst und mit Phantasie  !
Gestern ist vorbei. Was morgen passiert wissen wir nicht!
Heute haben Sie es in der Hand !!

Viel Spaß dabei!
03
Aug

Faszien - Das Bindegewebsnetz unseres Körpers

Paar klettert zwischen Klippen
Faszien - Lange verkannt?!
 
Die Schulmedizin hat diesem "Netzwerk" bisher wenig Beachtung geschenkt!
 
Viel wird momentan über die Faszien gesprochen.
 
Eigentlich nutzloses und lebloses Gewebe hieß es lange - gewissermaßen das Verpackungsmaterial unserer Muskeln und Gelenke.
 
In der Osteopathie und Physiotherapie wird diesem geheimnisvollen System schon lange viel Bedeutung zugemessen.
 
Faszien sind nicht nur  leblose Hüllen unserer Muskulatur. Nein, sie sind ein hochkomplexes System. Sie kommunizieren untereinander und sind enorm wichtig für unseren Bewegungsapparat.
 
Sie sind sogar  trainierbar, können Energie speichern und wieder freisetzen. Aber ebenso können sie verkümmern, verhärten und sich verkürzen.
 
Faszien kommunizieren untereinander über Millionen von kleinsten Synapsen und Nervenendigungen.

Als Nervenendigungen werden die unterschiedlichen Gebilde bezeichnet, über die Nerven mit anderen Nerven in Verbindung treten.
 
Auch die Verbindungsstücke der Nerven zu Muskelzellen werden Nervenendigungen genannt.
 
Außerdem können Nervenendigungen in der Haut liegen und dort als Tastorgane der Haut (Tastkörperchen) fungieren.

Viele Sehnenverletzungen werden falsch diagnostiziert und sind Verletzungen der Faszien oder deren degenerative Veränderungen.

Was mögen Faszien?
 
Bewegung, Bewegung, Bewegung!!! Hinzu kommen Gymnastik, Yoga, Dehnen, Stretchen, Pilates, Chi Gong etc.
 
 
Alles hängt mit Allem zusammen.
 
Deswegen ist die ganzheitliche Sichtweise und Behandlung von Schmerzsyndromen so fundamental und oft schon allein im System der Faszien begründet!
 
Eigentlich schon lange bekannt - die klassische Bindegewebsmassage hatte schon immer ihre große Bedeutung.
 
Oftmals wird aus einem alten Hut doch wieder nur ein neuer!
 
12
Jul

Muskeln beeinflussen unser Leben

Paar klettert zwischen Klippen
Muskeln beeinflussen unsere Gesundheit positiv auf verschiedene Art und Weise
 

Unser Stoffwechsel und unsere Muskeln haben sich seit zehntausenden von Jahren nicht verändert. Wir sind für körperliche Hochleistung ausgelegt und nicht dafür gemacht, den ganzen Tag fast ohne Bewegung zu verbringen. 

Wir sind von der Evolution her auf Bewegung optimiert. Wir brauchen neben Ruhe auch mehrmals pro Woche kurze und hohe Muskelleistungen. 


Bewegung lindert Schmerzen, erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit und wirkt vorbeugend gegen viele Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Typ 2-Diabetes, Depressionen, Herz-Kreislauferkrankungen, Demenz .....
Um das zu erreichen, müssen die Patienten körperlich aktiv sein.

Bewegung verändert auch die Gene. Körperliche Aktivität bremst die natürliche Zellalterung. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere. Telomere sitzen wie Kappen auf den Chromosomen im Zellkern. Werden die Telomere immer kürzer, teilt sich die Zelle nicht mehr. Das Gewebe stoppt seine Erneuerung und der Alterungsprozess nimmt an Fahrt auf. Durch regelmäßige Bewegung wird die Bildung eines Enzyms (Telomerase) angeregt, das dem Längenverlust der Telomere entgegenwirkt. Sport wird so zu einem Jungbrunnen für die Zellen.

Bei Bewegung produziert die Muskulatur eine Menge heilsamer Substanzen
Nicht nur Herz und Skelettmuskeln profitieren von der Bewegung, sondern auch Gehirn und Psyche: Bewegung fördert, stabilisiert und schützt die mentale Verfassung. Das haben viele Untersuchungen der letzten Jahre ergeben. So konnten Forscher die Mechanismen dahinter immer besser aufklären:

Feinste Blutgefäße, die Hirnkapillaren, durchziehen das Nervengewebe und versorgen die dortigen Neuronen mit Nährstoffen. Volumen und Verästelung der Kapillaren wachsen mit körperlicher Aktivität, sogar neue Gefäße können entstehen – Forscher sprechen von " Angiogenese". Neben dem An- und Abschalten von Genen regt Bewegung außerdem den Aufbau neuer "Hardware" in Form von Neuronen und Nervenfortsätzen an ("Neurogenese"). Maßgeblich gesteuert wird dies durch Wachstumsstoffe wie Vascular Growth Factor (VGF) oder Brain Derived Neurotrophic Factor (BDNF). Genau diese werden bei Muskelaktivität vermehrt produziert.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Wendy Suzuki revolutioniert die Art und Weise, wie wir über unser Gehirn, unsere Gesundheit und unser persönliches Glück denken. Anhand neuster Erkenntnisse der Hirnforschung verdeutlicht sie den wirkungsvollen Zusammenhang zwischen Bewegung, kognitiven Fähigkeiten und allgemeinem Wohlbefinden. Sie nimmt uns mit auf eine Reise durch das Gehirn und zeigt, wie wir die sogenannte Neuroplastizität nutzen, um unser Gehirn, unseren Körper und letztendlich unser Leben positiv zu verändern. 

Im Hippocampus "Das Tor zum Gedächtnis" stimuliert körperliche Aktivität Bildung und Wachstum neuer Hirnzellen. Bewegung wirkt direkt auf den Hippocampus. Er gehört zu den am stärksten veränderbaren Strukturen im Gehirn und besitzt so eine hohe Plastizität. Darunter versteht man die Eigenschaft einzelner Synapsen, Nervenzellen und ganzer Gehirnbereiche sich in Abhängigkeit ihrer Nutzung zu verändern. Bewegung fördert die Neubildung von Neuronen im Hippocampus und das besonders, wenn es sich um abwechslungsreiche Bewegungen handelt z.B. die Kombination aus Ausdauertraining und Krafttraining. 

Auch eine "passive" Bewegung wie z.B. in der Physiotherapie kann bei vielen Bewegungsreizen eine Wirkung im Hippocampus zeigen.

Bei älteren Menschen reduziert Bewegung das De­menzrisiko. Randomisierte kontrollierte Interven­tionsstudien zeigen, dass daraufhin die Aufmerksamkeit steigt und das Hippocampusvolumen zunimmt.
01
Jul

Die Wolken teilen, das Universum stemmen, die Galaxie vereinen

Qi Gong bzw. Tai Qi Praktizierender am Strand
Nur wenn sich Erkenntnisse über hunderte von Jahren durchsetzen, haben sie das Potenzial nie verloren zu gehen.
 
So ist es auch in der Medizin:
 
Vieles kommt, nur manches bleibt, vieles geht!

Heute sehe ich als Arzt die Dinge völlig anders als vor 20 Jahren.
Es fehlte damals einfach die Erfahrung.
 
Die Komplexität, dass alles mit allem zusammenzuhängen scheint, wird mir immer bewusster. So hat die Verhaltensprävention und die Achtsamkeit auf alles, was einen selbst und das Umfeld umgibt, mein ärztliches Handeln verändert.
 
Die Akupunktur entwickelte sich vor tausenden von Jahren, da man erkannte, dass die ständig durch uns laufende Lebensenergie über  festgelegte Leitbahnen (Meridiane) fließen muss.
 
Für mich hat dieses System den fundamentalsten Bezug zu Wohlbefinden, Unwohlsein oder Krankheit. 6 Yin-Meridiane , 6 Yang - Meridiane; die westliche Medizin spricht hier über das vegetative Nervensystem mit Sympathikus und Parasympathikus.
 
Und jetzt kommt's:
 
Alles , was wir Menschen tun und was uns widerfährt, verändert unsere Lebensenergie (Qi) - gut wie schlecht !
Wer diese Lebensenergie unterstützt und pflegt, der lebt bewusst! Es gibt einfache Techniken, diese Energie (Qi) gezielt mit einfachen Körperübungen zu bündeln!
Eine Möglichkeit ist Qi Gong.
 
Seit über 2500 Jahren ist Qi Gong überliefert und bietet jedermann einen einfachen Weg, sein eigenes Qi zu verbessern !
 
Qi Gong bedeutet Arbeit mit dem Qi, um
 
- die Stimmung zu heben
- Spannungen abzubauen
- den Energiefluss im Körper zu regulieren
- die Belastbarkeit zu steigern
- das Körperbewusstsein zu stärken
 
Überall und jederzeit ist Qi Gong eine wirksame Möglichkeit, das Gemütsleben zu verbessern.
 
Es gibt 8 Brokate die jeweils für ein sehr effektives Bewegungsmuster stehen.
 
Ich habe mit einem sehr erfahrenen Qi Gong Meister oft üben können und versuche es zu perfektionieren.
 
3 Brokate mit jeweils 4 Wiederholungen gehören inzwischen in meinen Tagesablauf.

Für mich genial effektiv.
24
Jun

Arbeit = Kraft x Weg

Dass aus einem "alten Hut" ein völlig neuer und viel besserer wird, kommt selten vor.

Im Folgenden von mir beschriebenen Fall ist es aber ein Quantensprung!

Hinzu kommen Wohlbefinden, Leistungssteigerung, vitale Natureindrücke und sehr viel Spaß.

Was mag jetzt wohl kommen!?

Jahrzehnte bin ich immer viel geradelt - aber zugegeben mit steigendem Alter immer weniger und vor allem mit viel weniger Enthusiasmus !

Zufällig kam ich in die Situation mit einem E-Mountainbike fahren zu müssen.

Fast schon etwas verschämt (nach dem Motto - na, da sehe ich mich aber noch nicht) bestieg ich den surrenden Drahtesel und wurde beim ersten Antritt auf der eingestellten Turbostufe regelrecht nach vorne katapultiert.

Ich will es jetzt kurz machen:
Nach wenigen Tagen habe ich ein E-Mountainbike gekauft. In 4 Wochen bin ich mit steigender Begeisterung bereits 800 km gefahren und - das Allerbeste - schon jetzt fühle ich einen deutlichen Zuwachs an Kondition und Begeisterung.

Als Sportmediziner möchte dieses völlig neue Bewegungserlebnis unter freiem Himmel  jedem "etwas Älteren", der sportlich ambitioniert ist, nur empfehlen.

Es handelt sich hier um ein hocheffektives Ergometertraining im Freien. Durch zahlreiche Programme und Übersetzungen ist immer ein gelenkschonendes aerobes Training gewährleistet und jeder Berg wird zur Freude und nicht zur Qual.
Voraussetzung sind eine optimale Sitzposition (wenig krummer Rücken und gute aufrechte Sitzposition ohne den Kopf, wie so viele Moutainbiker, in den Nacken nehmen zu müssen).

Mein Fazit:
Symbiose von großem  Freizeitspaß und Gesundheitsprävention. Der Bewegungsradius ist enorm - im Schnitt legt man etwa 24 Kilometer in der Stunde zurück!


Für mich gilt:
Immer Helm, Leuchtweste und Handschuhe. Im Gelände Rücken-Protektor!
Radfahren ist aus sportmedizinischer Sicht für das Herz-Kreislaufsystem, Knie und Hüfte ein optimales Training und eine perfekte Bewegungsform!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

12
Jun

Kinder- und Jugendsprechstunden: Optimale Vermessung durch 3D-Scans

Das frühzeitige Erkennen von Dysbalancen und Haltungsschwächen ist gerade bei Kindern und Jugendlichen enorm wichtig.
 
Langjährige Berufserfahrung und zahlreiche Behandlungsstunden mit Kindern und Jugendlichen haben dazu geführt, dass ich mich dazu entschieden habe, meine Praxis auch in der bildgebenden Diagnostik noch besser aufzustellen und sie unter anderem mit einem 3D-Wirbelsäulen-Scanner ausgestattet habe.
 
Hier wird nur über Licht und völlig frei von sonstiger elektromagnetischer Strahlung eine hochpräzise Vermessung und Dokumentation von muskulärer Oberflächen-Verteilung und Körperhaltung durchgefüht.
 
Damit lassen sich innerhalb kürzester Zeit unter der Haut liegende Veränderungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule analysieren und vermessen.
Behandlungsverläufe und auch die Auswirkungen der  physiotherareutischen Mitbehandlung lassen sich so bestens kontrollieren.
27
Mai

Regeneratives Potential des eigenen Blutes nutzen: Die Blutplasma-Therapie

In meiner Praxis biete ich seit einiger Zeit auch die moderne Blutplasma- oder PRP-Therapie an.

Bei diesem innovativen Verfahren werden Wachstumsfaktoren über eine kurze Blutentnahme in unserer Praxis mit einem speziellen Verfahren sofort isoliert und in konzentrierter Form genau dort injeziert, wo Heilungsvorgänge am Bewegungsapparat gefördert werden sollen. Dieses Verfahren kommt beim Einsatz zur Therapie von:
Sportverletzungen, Sehnen- und Bänderreizungen, Muskelzerrungen und Arthrose.

Diese Therapie basiert auf dem Wissen um die körpereigenen Selbstheilungskräfte. In Ihrem Blutplasma befinden sich diverse wachstumsfördernde und entzündungshemmende Substanzen. Genau diese Substanzen können u.a. bei Arthrose, Bänderverletzungen, Kapselrissen, Sehnenentzündungen und Zerrungen sehr nützlich sein.

Die Abkürzung PRP steht für plättchenreiches Plasma. Bei der Behandlung werden die Blutplättchen, welche auch Thrombozyten genannt werden, angereichert und dem Körper genau an den entzündeten bzw. belasteten Gelenken wieder zugeführt.

Dazu werden dem Patienten wenige Milliliter Blut abgenommen, welches dann in der Praxis aufbereitet wird, sodass das weiße Blutplasma mit seinen heilungsverstärkenden und regenerativen Eigenschaften übrig bleibt. Dieses Konzentrat wird nun in das betroffene Gelenk gespritzt. Da die Gelenke nicht durchblutet sind, können diese Wundheilungsfaktoren normalerweise nicht aus der Blutbahn in die Gelenkflüssigkeit gelangen, um dort zu wirken.

Die gesamte Behandlung dauert nur 15-20 Minuten und ist abgesehen von dem sehr geringen aber bei der Nutzung von Spritzen immer vorhandenen Risiko einer Infektion völlig nebenwirkungsfrei.

30
Nov

„Cross-Shaping - Eine Alternative zum Nordic Walking“

CROSS-SHAPING (Nordic Cross Training) ist ein völlig neuer Outdoorsport, den ich gerade im Hinblick auf präventives Rückentraining selbst entwickelt habe.

Am 15.11.2018 erschien im Wirtschaftmagazin der deutschen Orthopäden ein Artikel, welcher die physiologischen und sportmedizinischen Aspekte dieser völlig neuen Trainingsform beschreibt. Somit wird das Walking zum effektiven Ganzkörpertraining transformiert.

Gleichzeitig wurde dieser Artikel vom WPV- Verlag unter www.der-niedergelassene-arzt.de online gestellt. In meiner Praxis ist das Walking-Management ein wesentlicher Bestandteil neben der Physiotherapie!

Link zum Artikel

17
Feb

Verhaltens- und Verhältnisprävention

Genese; Entstehung

Unsere Gesundheit wird durch äußere und innere Faktoren ständig beeinflusst. Ernährung und körperliche Beanspruchung sind elementar und meistens selbst regulierbar! Gesundheit ist ein Gut, für das man ständig etwas tun kann. Zumindest lässt sich das Risiko für viele Erkrankungen und Unfälle reduzieren.

Wesentlich sind unsere täglichen Gewohnheiten.

Verhaltens- und Verhältnisprävention haben zwei unterschiedliche Ansätze! Bei der Verhältnisprävention handelt es sich um eine strukturelle Prävention, die durch Veränderung in den Bereichen Arbeit, Familie, Freizeit und Umwelt erreicht werden soll. Hier möchte man vorwiegend Risiken und Belastungen durch struktuelle Optimierung mindern! Arbeitsplatzgestaltung, rückengerechtes Mobiliar aber auch jegliche Optimierung für eine präventive Umgebung gehören dazu.

Die Verhaltensprävention soll Wege eröffnen, die das individuelle Gesundheitsverhalten positiv verändert oder die Motivation dazu fördert! Durch umfangreiche Information soll das Gesundheitsbewußtsein gestärkt und der Blick für Gesundheitsrisiken geschärft werden. Durch meine jahrelange Erfahrung in den Bereichen Sportmedizin, Ernähnung und Rehasport versuche ich jedem Patienten individuelle Konzepte mit auf den Weg zu geben. Nur so ist der Behandlungserfolg nachhaltig zu sichern.

Gerade in unserer Kindersprechstunde (Orthopädie heißt: Erziehung zum aufrechten Gang) sind Ernährung, Bewegung, Verhaltensprävention wesentliche Module für eine gute Entwicklung des Bewegungsapparates!

Die Zeit des Heranwachsens ist elementar für das weitere Leben.

04
Feb

Gehen Sie sich gesund!

Regelmäßiges Gehen ist sehr gesundheitsfördernd und kann von vielen Menschen relativ problemlos in den Alltag eingebaut werden. Versuchen Sie doch einfach einmal, den Weg zur Arbeit zu Fuß zurück zu legen. Der ist viel zu weit? Dann stellen Sie Ihr Auto doch etwas weiter weg ab und sparen dabei Parkgebühren. Und wenn Sie den öffentlichen Nahverkehr nutzen, probieren Sie einfach mal aus, eine oder zwei Haltestellen später einzusteigen! Um Ihrer Motivation etwas auf die Sprünge zu helfen hier die besten Gründe im Alltag regelmäßig zu gehen:

  1. Beim strammen, aufrechten Walking wird die dazu notwendige Energie durch die vier im menschlichen Körper existierenden Muskelketten "gepumpt"! Deswegen wirkt es so vitalisierend. Ein Schlendern, zum Beispiel vor Schaufenstern hingegen, ist physiologisch ermüdend. Wir kennen es alle, wenn wir völlig erschöpft aus der Stadt kommen! Hierbei verpufft die Energie regelrecht ! Das ist belegbar!
  2. Auf die Haltung beim Gehen kommt es an! Brust raus, Blick vorwiegend in die Ferne ! Das streckt und stabilisiert  die Wirbelsäule. Die Bandscheibenbelastung wird verbessert.
  3. Die Sauerstoffaufnahme beim Gehen ist wesentlich optimaler als im Sitzen (Auto, Bahn, Bus ,Zweirad).
  4. Diagonale Bewegungsmuster sind vegetativ harmonisierend und beruhigen. Das Stresshormon Cortisol wird reduziert.
  5. Die Optimierung des Gehens wirkt wie eine Physiotherapie. Körperspannung und Körperbewusstsein steigen.
  6. Mehr Licht! (Die letzten Worte von Goethe.) Der Gehende nimmt viel mehr Tageslicht wahr, das hebt die Stimmung! Die Ausschüttung von Serotonin (Glückshormon) wird erhöht.
  7. Visuelle Reize - die Umwelt wird viel bewusster wahrgenommen.
  8. Die Möglichkeit der Kommunikation mit anderen Fußgängern ist höher als mit einem Fortbewegungsmittel.
  9. Die Kosten für die Fortbewegung sinken.
  10. Zeitmanagement : der Weg zur Arbeit wird zur Trainingseinheit und das zu besseren Tageszeiten ! Wer hat schon Lust sich abends noch erneut aufzuraffen und ins Schwimmbad oder Gym zu eilen ?!
  11. Gehen optimiert Fettverbrennung, Gewicht, Grundumsatz, Hormonhaushalt und Sauerstoffumsatz
  12. Das Ziel der von der WHO empfohlenen zehntausend Schritte (etwa 7,8 Kilometer), ist somit fast täglich erreicht (bei 2 x 30 Minuten Fußweg)! Der Mitteleuropäer geht im Schnitt nur noch  900 Meter-täglich !
  13. 70 Prozent des Zuckerstoffwechsels werden maßgeblich durch die Beinmuskulatur beeinflusst! Somit wirkt das regelmäßige Gehen absolut präventiv für diabetogene Erkrankungen und ihre Folgen wie Bluthochdruck, Adipositas, Schlaganfall und Herzinfarkt!
  14. Die Füße werden gleichzeitig beim Gehen massiert und optimal durchblutet! Gesunde Füße haben eine enorme Bedeutung für den gesamten Bewegungsapparat und sogar für unsere kognitive Leistung!
  15. Nach enigen Minuten wird Ihre Atmung beim gleichmäßigen Gehen immer tiefer.Optimal ist es, wenn Sie in ruhiger Umgebung 3 bis 4 Sekunden einatmen und mit Lippenbremse (Kussmund) 6 bis 7 Sekunden ausatmen.Das setzt weitere Endorphine frei.

MET (metabolic equivalent task) ist die Einheit für den Stoffwechsel bei körperlicher Aktivität. 18-26 MET sollte man wöchentlich erreichen. Eine MET entspricht dem Energieverbrauch von 1kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde der Aktivität. Besonders viele MET pro Stunde verbrauchen Sie beim Schwimmen (8 MET), Walking (4 MET) und Spazierengehen (3MET) sowie Joggen (7MET). Aber auch häusliche Tätigkeiten wie Staubsaugen (5MET), Gartenarbeit (5MET) und Rasenmähen (5 MET) füllen schnell ihr MET-Konto.

Egal was Sie tun - tun Sie alles ruhig und bewußt (in der Ruhe liegt Kraft)! So wird jede Treppe z. Bsp. zum Trainingsmodul. Das tägliche Gehen optimieren Sie mit gut sitzenden Walking- oder Jogging-Schuhen.
Versuchen sie es mal 4 Wochen durchzuhalten-danach sollte sich bereits sehr viel positiv bei Ihnen verändert haben.

Viel Spaß beim Erreichen Ihrer persönlichen Ziele!

09
Jan

Von den Pinguinen lernen

Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist, bei Glatteis den sogenannten Pinguingang anzuwenden. Am 5. Januar wurde ich zu diesem Thema vom WDR in meiner Praxis dazu interviewt. In der Aktuellen Stunde wurde es wenige Stunden später gesendet (Video). Diese simple Technik möchte ich Ihnen, meinen Patienten gerne ebenfalls erklären. Der Gang der Pinguine ist langsam, breitbeinig und etwas nach vorne gebeugt. Das legt den Schwerpunkt über das Knie und stabilisiert. Ich hoffe Ihnen mit diesem einfachen Tipp in rutschigen Situationen helfen zu können. Sollten Sie es ganz genau wissen wollen, empfehle ich Ihnen den ausführlichen Artikel der DGOU.

02
Okt

Gesundheit ist individuell

Gesundheit ist immer individuell zu betrachten. Jeder Mensch hat verschiedenste Voraussetzungen. Mein Ziel ist es, den mir gegebenen Rahmen durch Ernährung, Sport und Lebensführung täglich zu optimieren.

Das steigert das Körperbewusstsein und hilft Symptome besser einzuschätzen. Diese wertvollen Erkenntnisse versuche ich an meine Patienten weiterzugeben.

02
Okt

Sport wirkt nicht selten wie Medizin!

Detlev Ganten, Pharmakologe, Charité Berlin: „Die Naturvölker mussten ihre Nahrung erjagen, erlaufen, erarbeiten. Die waren beständig in Bewegung, von morgens bis abends. Und wir haben uns seit der Steinzeit in unserer Biologie nicht verändert. Die Art, wie wir leben heute in unserer Zivilisation, bewirkt, dass wir die sogenannten Zivilisationskrankheiten haben. Wir bewegen uns nicht mehr, wir verbrauchen keine Energie mehr, jedenfalls viel zu wenig. Wir sind übergewichtig, bekommen Diabetes, bekommen hohen Blutdruck, Hirnschlag, Nierenversagen, Herzversagen, Herzinfarkt, das sind die Zivilisationskrankheiten, und die können wir vermeiden.“

Wir leben also im Ungleichgewicht mit unseren evolutionären Bedürfnissen. Nun weiß auch Detlev Ganten, dass wir nicht wieder zurück in die Steinzeit können. Ihm geht es um einen gesunden Lebensstil in unserer Wohlstandsgesellschaft. Massenstudien haben bewiesen: Normalgewichtige Nichtraucher können ihr Risiko an Zivilisationskrankheiten zu leiden, um enorme 78 Prozent senken.
Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Skelettmuskeln bei körperlicher Aktivität eine Vielzahl von Botenstoffen aussenden, die einen ungeahnten Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Jetzt ist man diesem Mechanismus auf der Spur. Das Zentrum der Erforschung dieser geheimnisvollen Botenstoffe liegt in Dänemark. In Kopenhagen wird möglicherweise gerade Medizingeschichte geschrieben. Denn hier hat die Internistin Bente Klarlund Pedersen, Reichshospital Kopenhagen einen Teil der Sprache der rätselhaften Botenstoffe der Muskeln entschlüsselt.
Bente Pedersen ist überzeugt: Der Skelettmuskel ist nicht nur für unsere Bewegung zuständig. Für sie ist er das wichtigste Stoffwechselorgan des Menschen. Die Botenstoffe, die der Skelettmuskel aussendet, regulieren auch die Fettverbrennung im Körper. Bente Pedersen hat ihnen den Namen Myokine gegeben.
Die ehemalige Notfallmedizinerin leitet heute das größte Zentrum Dänemarks für Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Am Anfang jeder Untersuchung steht eine Maschine, der nicht das kleinste Fettpölsterchen entgeht. Der unbestechliche Scanner liefert genaue Angaben über die Verteilung von Knochen, Muskeln und Fettmasse.
Bente Pedersen:
„Wenn man seine Muskeln nicht trainiert, dann produziert man auch nicht genügend Myokine. Beim Muskeltraining, kommen Myokine aus dem Muskel und beeinflussen alle anderen Organe. Sie gehen zum Fett und verbrennen genau das Fett, das an den falschen Stellen sitzt. Sie beeinflussen die Gefäße und auch die Leber und halten sie gesund. Myokine beeinflussen sogar das Gehirn und schützen vor Demenz.“

21
Feb

Vitamin D - das unterschätzte Sonnenhormon

Ein großer Teil der Bevölkerung leidet unbemerkt an einem Vitamin D-Mangel. Gerade wenn die Nächte länger werden, kann die Haut den Bedarf an Vitamin D oft nicht mehr über Aufenthalt im Freien decken. Dabei ist das "Sonnenhormon" ein echter Katalysator nicht nur für die Knochen. Bis zu zwanzig Prozent des täglichen Bedarfs können über die Nahrung gedeckt werden. Dabei sind insbesondere fettreicher Fisch und Milchprodukte sowie Pilze gut für die Vitamin D-Versorgung. Ich nehme selbst täglich sogar 3000 internationale Einheiten. Lassen Sie Ihren Vitamin D-Spiegel bestimmen bevor sie mit einer Substitution beginnen. Die Schulmedizin beschreibt immer noch einen Vitamin D - Spiegel von 30ng/ml für ausreichend. In der neueren Literatur und Studien USA werden Werte um 50ng/ml als günstiger postuliert.

Ein Vitamin D Mangel findet sich oft auch bei chronisch kranken oder schlecht entwickelten Kindern.

ACHTUNG !Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, wird nicht ausgeschieden und kann bei Überdosierung zu gesundheitlichen Problemen führen!

Ich selbst versuche Fleisch vom Säugetier, Zucker, Brot, Fertiggerichte und Alkohol zu meiden. Meinen Eiweißbedarf decke ich mit Fisch und Geflügel aus Biohaltung. Den Anteil von Gemüse habe ich auf meinem Speiseplan deutlich erhöht. Auch achte ich sehr auf die tägliche Flüssigkeitszufuhr , die nicht unter 2 Litern ( vorwiegend kohlensäurefreies Mineralwasser) liegt. Als junger Mensch kann man viele Ernährungsfehler evtl. kompensieren - im Alter allerdings  werden sich schlechte Angewohnheiten leider rächen.

Der durchschnittliche Zuckerverbrauch liegt in Deutschland bei 36 KG Zucker pro Kopf im Jahr! Diese Zahl halte ich für sehr bedenklich. Dieser hohe Zuckerkonsum ist maßgeblich an vielen Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und Schlaganfall beteiligt! Reduzieren Sie Ihren täglichen Zuckerkonsum!

Jede Nahrungaufnahme verändert täglich unsere Befindlichkeit und unsere Gesundheit!

13
Feb

Schwindel: oft steckt Bluthochdruck dahinter!

Gerade in der dunklen Jahreszeit steigt der Blutdruck häufig unbemerkt an. Sollten Sie öfter Schwindel, Schlafprobleme oder einen auffallend rötlichen Teint haben, so sollten Sie Ihren Blutdruck überprüfen. Sollten Ihr Blutdruck systolisch über 140 und diastolisch über 90 liegen, sollte das von Ihrem Hausarzt abgeklärt werden.